Der frisch ausgehandelte Zollkompromiss zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten sorgt in der deutschen Wirtschaft für anhaltende Unruhe. Besonders mittelständische Unternehmen, das Rückgrat der deutschen Exportnation, schlagen Alarm: Der neue Deal droht, transatlantische Handelsbeziehungen massiv zu belasten.
Laut einer aktuellen Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) sehen 55 Prozent der befragten Unternehmen die Vereinbarung als wirtschaftliches Hemmnis. Viele befürchten, dass europäische Firmen im internationalen Wettbewerb ins Hintertreffen geraten. Besonders kritisch äußern sich exportorientierte Unternehmen mit engen Verbindungen zum US-Markt – 54 Prozent berichten bereits von einem spürbaren Rückgang des Handelsvolumens.
Im Zentrum der Kritik steht ein US-Zollsatz von 15 Prozent, der künftig auf einen Großteil europäischer Produkte erhoben wird. Für viele Betriebe bedeutet das höhere Kosten, sinkende Margen und eine erschwerte Marktzugänglichkeit. In der deutschen Wirtschaft mehren sich daher die Stimmen, die für eine härtere Gangart der EU in weiteren Verhandlungsrunden plädieren – um faire Bedingungen im transatlantischen Handel zu sichern.