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Neue Statistik: Fast jeder vierte Mieter in Deutschland armutsgefährdet

Hans (CC0), Pixabay

Die Zahl der armutsgefährdeten Mieterinnen und Mieter in Deutschland nimmt weiter zu. Nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes, über die die Neue Osnabrücker Zeitung berichtet, war im vergangenen Jahr mehr als jeder fünfte Mieter betroffen – insgesamt über 22 Prozent. Damit gilt inzwischen fast jeder vierte Haushalt, der zur Miete wohnt, als armutsgefährdet. Gegenüber 2023 bedeutet das einen Anstieg um rund zwei Prozentpunkte.

Armutsgefährdung bei Mietern deutlich höher als im Schnitt

Während die Armutsgefährdungsquote in der Gesamtbevölkerung bei gut 15 Prozent liegt, ist sie bei Mieterhaushalten wesentlich höher. Besonders betroffen sind dabei Familien mit Kindern und Alleinerziehende, die einen großen Teil ihres Einkommens für Miete und Nebenkosten aufbringen müssen.

Als armutsgefährdet gelten Personen, die weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Haushaltsnettoeinkommens zur Verfügung haben. Durch steigende Mieten, höhere Energiekosten und stagnierende Reallöhne rutschen immer mehr Haushalte in diese Kategorie.

Kritik an der Wohnungspolitik

Die Vorsitzende des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), Sahra Wagenknecht, nannte die Entwicklung ein „beschämendes Armutszeugnis für die Wohnungspolitik der vergangenen Jahre“. Die Mietpreisbremse sei „nahezu wirkungslos“ und habe das Problem nicht gelöst. Nötig seien ein verstärkter sozialer Wohnungsbau, eine Begrenzung der Mieten sowie gezielte Entlastungen für einkommensschwache Haushalte.

Steigende Belastung durch Wohnkosten

Nach Einschätzung von Experten trägt insbesondere die starke Belastung durch Wohnkosten zur wachsenden Armutsgefährdung bei. In vielen Großstädten geben Mieterhaushalte inzwischen mehr als ein Drittel ihres Einkommens allein für die Miete aus. Für Menschen mit geringen oder mittleren Einkommen bleibt damit immer weniger Geld für alltägliche Ausgaben, Rücklagen oder Vorsorge.

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