Die russische Raumfahrt muss bei gleich zwei zentralen Projekten einen Rückschlag hinnehmen. Wie der Präsident der Russischen Akademie der Wissenschaften, Gennadi Krasnikow, der Zeitung Iswestija sagte, wird die Mondmission Luna-26 erst 2028 starten – ein Jahr später als ursprünglich geplant.
Verzögerungen bei Mondprogramm
Luna-26 soll als unbemannte Orbitalstation den Mond umkreisen und Daten für weitere Missionen liefern. Nach dem Fehlschlag der Mission Luna-25 im Jahr 2023 gilt das Projekt als besonders wichtig, um das Vertrauen in das russische Mondprogramm wiederherzustellen.
Auch Venusmission betroffen
Noch gravierender ist die Verzögerung bei der geplanten Venusmission. Hier sprach Krasnikow von einer Verschiebung „um mehrere Jahre“. Konkrete neue Zeitpläne nannte er nicht. Russland wollte mit dieser Mission an seine lange Tradition der Venusforschung anknüpfen – bereits in der Sowjetzeit war das Land Vorreiter in der Erforschung des Planeten.
Hintergründe
Die Gründe für die Verzögerungen liegen sowohl in technischen Herausforderungen als auch in den Folgen internationaler Sanktionen, die den Zugang zu Hightech-Bauteilen erschweren. Zudem ist die russische Raumfahrt finanziell stark unter Druck, da viele Ressourcen in militärische Projekte fließen.
Bedeutung für Russlands Raumfahrt
Die Verschiebungen sind ein weiterer Rückschlag für die russische Raumfahrt, die seit Jahren an Einfluss verliert. Während die USA, China und private Unternehmen wie SpaceX ehrgeizige Mond- und Marsprojekte vorantreiben, kämpft Russland mit veralteter Technik, begrenzten Mitteln und sinkendem internationalem Einfluss.