In Finnland ist Anklage gegen drei Besatzungsmitglieder des unter fremder Flagge fahrenden Tankers Eagle S erhoben worden. Wie die Staatsanwaltschaft in Helsinki mitteilt, handelt es sich um den Kapitän sowie zwei Offiziere des Schiffes. Ihnen wird vorgeworfen, im Oktober 2023 in der Ostsee Kommunikationskabel zwischen Estland und Finnland beschädigt zu haben.
Nach dem Stand der Ermittlungen sollen die Angeklagten den Schiffsanker hinter dem Tanker hergezogen haben. Dabei wurden mehrere Unterseekabel in Mitleidenschaft gezogen, die der Daten- und Kommunikationsübertragung zwischen beiden Ländern dienen. Die Reparatur der Kabel war aufwendig und kostspielig und führte zeitweise zu erheblichen Einschränkungen im Netzverkehr.
Die Europäische Union stuft die Eagle S als Teil der sogenannten „russischen Schattenflotte“ ein – einem Netzwerk von Schiffen, das mutmaßlich eingesetzt wird, um internationale Sanktionen zu umgehen und Transporte außerhalb offizieller Kontrollen abzuwickeln. Die Hintergründe des Vorfalls und ein mögliches politisches Motiv werden weiterhin untersucht.
Die Angeklagten bestreiten laut Medienberichten, vorsätzlich gehandelt zu haben. Ihnen drohen im Falle einer Verurteilung empfindliche Geld- oder Haftstrafen. Ein Gerichtstermin wurde bislang nicht bekanntgegeben.