Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnt vor einem besorgniserregenden Zustand vieler Polizeidienststellen in Deutschland und fordert dringend massive Investitionen in die innere Sicherheit. Laut Hagen Husgen, Mitglied des GdP-Bundesvorstands, seien zahlreiche Gebäude und Fahrzeuge der Polizei in einem derart schlechten Zustand, dass sie teilweise sogar gesundheitsgefährdend seien.
Schimmel, Ungeziefer und Löcher im Dach
Husgen berichtet von Schimmelbefall, Ungezieferplagen, defekten Heizungen und undichten Dächern, durch die Regenwasser in Büros und Aufenthaltsräume tropfe. In manchen Dienststellen stünden Eimer bereit, um das Wasser aufzufangen – Zustände, die eher an marode Altbauten als an eine moderne Sicherheitsbehörde erinnern.
Auch Fahrzeuge in schlechtem Zustand
Nicht nur die Gebäude seien betroffen. Einsatzfahrzeuge, die im Ernstfall zuverlässig und sicher funktionieren müssen, seien häufig technisch überholt oder defekt. Manche Streifenwagen hätten mehrere hunderttausend Kilometer auf dem Tacho, klappernde Fahrwerke oder unzuverlässige Elektronik. Dies wirke sich nicht nur auf die Sicherheit der Polizistinnen und Polizisten aus, sondern könne im Einsatzfall auch Menschenleben gefährden.
Forderung nach Sondervermögen
Um die Missstände zu beheben, fordert die GdP ein Sondervermögen für die innere Sicherheit, ähnlich wie es für die Bundeswehr eingerichtet wurde. Die von der Bundesregierung angekündigten zusätzlichen Investitionen seien laut Husgen lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein und reichten bei Weitem nicht aus, um die strukturellen Probleme zu lösen.
Politischer Druck wächst
Mit Blick auf steigende Anforderungen an die Polizei – von Terrorabwehr über Cyberkriminalität bis hin zu Großlagen wie Demonstrationen und Naturkatastrophen – warnen Experten, dass eine moderne und funktionsfähige Infrastruktur unerlässlich sei. Ohne sie könne die Polizei ihren Aufgaben langfristig nicht mehr vollumfänglich gerecht werden.