Für die Abiturientinnen und Abiturienten des Eugen-Bolz-Gymnasiums in Rottenburg sollte es ein unvergesslicher Abschluss ihrer Schulzeit werden: ein klassischer Abistreich mit ein bisschen Sprühkreide, lustigen Sprüchen und symbolischen Abschiedsgrüßen am Schulgebäude. Geplant war ein harmloser Spaß – bunt, kreativ und vor allem spurlos entfernbar.
Doch genau hier begann das Problem: Die verwendete Sprühkreide, die laut Verpackung eigentlich leicht abwaschbar sein sollte, ließ sich nicht einfach mit Wasser oder Reinigungsmitteln entfernen. Stattdessen zog die Farbe tief in den Untergrund ein und hinterließ hartnäckige Rückstände auf den Fassaden des Schulgebäudes.
Aus Spaß wird eine Renovierungsaktion
Aus dem geplanten Gag wurde schnell eine aufwendige Sanierungsmaßnahme. Um die Fassade wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen, mussten große Flächen abgeklebt, neu gestrichen und teilweise sogar beschädigte Oberflächen entfernt werden.
Die Kosten für diese Arbeiten summierten sich auf stolze 9.000 Euro – eine Summe, die die Schule nicht übernimmt. Da es sich um eine privat organisierte Schüleraktion handelte, fällt die Verantwortung direkt auf die Beteiligten zurück. Versicherungsschutz? Fehlanzeige.
Schüler starten Spendenaktion
Vor allem für junge Erwachsene, die gerade erst ihr Abitur in der Tasche haben, ist eine solche Summe eine erhebliche Belastung. Um den Schaden begleichen zu können, startete Schülersprecherin Heege einen öffentlichen Spendenaufruf. Über soziale Medien, lokale Presseberichte und Netzwerke von Eltern und Freunden erhoffen sich die Abiturienten nun finanzielle Unterstützung aus der Bevölkerung.
„Es sollte ein fröhlicher Abschied werden – jetzt ist es eher eine teure Lektion fürs Leben“, kommentierte Heege gegenüber lokalen Medien. Trotz der Panne möchte die Gruppe zusammenhalten und gemeinsam für den Schaden aufkommen.
Lehre für künftige Abistreiche
Die Schulleitung zeigte Verständnis für den Wunsch der Schüler, ihre Schulzeit kreativ und ausgelassen zu verabschieden, machte jedoch deutlich, dass bei künftigen Aktionen die Materialwahl entscheidend sei. Harmloser Spaß könne schnell in kostspieligen Ärger umschlagen, wenn man nicht auf die Eignung und Unbedenklichkeit der eingesetzten Utensilien achtet.
Für die betroffenen Abiturienten wird dieser Abistreich wohl noch lange in Erinnerung bleiben – allerdings nicht wegen des geplanten Humors, sondern wegen der hohen Rechnung, die er hinterließ.