Die Sommermonate – insbesondere der Zeitraum von Mitte Juli bis Mitte August – markieren die Paarungszeit von Rehen und Rehböcken, auch Brunftzeit genannt. Diese Phase bringt ein deutlich verändertes Verhalten der Tiere mit sich, das für Autofahrer ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt. Während der Brunft sind Rehböcke stark damit beschäftigt, weibliche Tiere – die sogenannten Ricken – zu verfolgen. Diese Jagd geschieht oft in schnellen, kreisförmigen Bewegungen über Felder, Wiesen und auch in Waldnähe. Die entstehenden, kreisrunden Spuren im hohen Gras oder Getreide sind als „Hexenringe“ bekannt.
Das Problem: In ihrer Aufregung verlieren die Tiere während dieser Zeit einen großen Teil ihrer Vorsicht. Sie achten weniger auf Geräusche oder Bewegungen in ihrer Umgebung und orientieren sich fast ausschließlich am Paarungspartner oder Rivalen. Dadurch kommt es vermehrt vor, dass Rehe unvermittelt Straßen überqueren – häufig auch am helllichten Tag, obwohl sie sonst vor allem in der Dämmerung aktiv sind.
Besonders riskant sind dabei Straßenabschnitte, die durch Waldgebiete oder an Feldern entlangführen. Rehe nutzen sogenannte Wildwechsel – immer wiederkehrende Routen zwischen ihren Futter- und Ruheplätzen. An diesen Stellen kommt es gehäuft zu Unfällen. Wer ein Tier am Straßenrand entdeckt, sollte deshalb immer damit rechnen, dass weitere folgen. Denn oft bewegt sich nicht nur ein einzelnes Reh, sondern gleich eine ganze kleine Gruppe.
Laut Unfallstatistiken kommt es jedes Jahr in Deutschland zu mehreren zehntausend Wildunfällen, bei denen Rehe die Hauptursache sind. Neben den hohen Sachschäden an Fahrzeugen können solche Zusammenstöße für Mensch und Tier lebensgefährlich enden.
Verkehrsexperten raten daher dringend:
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In bekannten Wildwechselgebieten die Geschwindigkeit deutlich reduzieren.
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Den Straßenrand aufmerksam beobachten, besonders bei schlechten Lichtverhältnissen.
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Bei Sichtung eines Rehs sofort abbremsen, ohne ruckartig auszuweichen – Ausweichmanöver führen oft zu schwereren Unfällen.
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Nach einem Zusammenstoß die Unfallstelle sichern und umgehend die Polizei verständigen – das gilt auch dann, wenn das Tier geflüchtet ist.
Wer in dieser Jahreszeit vorausschauend fährt, kann das Unfallrisiko deutlich reduzieren – und sowohl sich selbst als auch die Tiere schützen.