Die Gewässer vor Westaustralien haben in diesem Jahr eine beispiellose ökologische Katastrophe erlebt. Nach Angaben des Australischen Instituts für Meereswissenschaften (AIMS) hat die bisher längste und intensivste Meeres-Hitzewelle seit Beginn der Aufzeichnungen zu der großflächigsten Korallenbleiche in der Region geführt.
Ein Gebiet von rund 1.500 Kilometern Länge ist betroffen – von den nördlichsten Riffen bis weit in den Süden. „Diesmal blieb keines unserer nordwestlichen Riffe verschont“, erklärte AIMS-Meeresbiologe James Gilmour. Das Ausmaß dieser Bleiche sei „alarmierend“ und übertreffe alle bisherigen Ereignisse in Westaustralien.
Was genau passiert bei einer Korallenbleiche?
Korallen leben in Symbiose mit mikroskopisch kleinen Algen, die ihnen nicht nur Farbe, sondern auch den Großteil ihrer Nährstoffe liefern. Steigt die Wassertemperatur über einen längeren Zeitraum über den für Korallen tolerierbaren Bereich, stoßen sie diese Algen ab – die Folge: Sie bleichen aus, werden anfällig für Krankheiten und können absterben.
Langfristige Folgen noch unklar
Laut AIMS wird es Monate dauern, um das gesamte Ausmaß der Schäden zu erfassen. Einige Riffe könnten sich in den kommenden Jahren erholen – sofern keine weiteren Hitzewellen folgen. Andere Gebiete dürften jedoch dauerhaft geschädigt bleiben.
Klimawandel als Haupttreiber
Wissenschaftler sehen im menschgemachten Klimawandel den zentralen Faktor für die Häufung und Intensivierung solcher Hitzewellen. Neben steigenden globalen Temperaturen spielt auch das Wetterphänomen El Niño eine Rolle, das warme Wasser in die betroffenen Regionen bringt.
Die aktuelle Korallenbleiche in Westaustralien reiht sich damit in eine Serie von Massenbleichen ein, die in den letzten Jahren weltweit beobachtet wurden – unter anderem am Great Barrier Reef. Experten warnen, dass ohne wirksamen Klimaschutz solche Ereignisse in Zukunft noch häufiger und verheerender ausfallen werden.