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Urteil im Spezi-Streit erwartet – Paulaner gegen Berentzen vor Gericht

Tikovka1355 (CC0), Pixabay

Im Markenrechtsstreit um das Flaschendesign zweier Cola-Mix-Getränke wird heute Nachmittag ein Urteil erwartet. Vor dem Landgericht München klagt die Paulaner Brauerei gegen den Getränkehersteller Berentzen – der Vorwurf: Die Gestaltung der Mio Mio Cola+Orange Mische ähnele zu stark der bekannten Spezi-Flasche.

Der Streitwert liegt bei rund 250.000 Euro – es geht also nicht nur um Ästhetik, sondern auch um viel Geld und ein populäres Produktsegment. Paulaner wirft Berentzen vor, mit dem Design der Mio-Mio-Mische in unlauterer Weise auf den Wiedererkennungswert der Spezi-Flasche aufzuspringen.

Streit um Farben und Wellen

Konkret geht es um die farbliche Gestaltung und das sogenannte „Wellendesign“ der Flaschenetiketten. Paulaner hat sich das Design seiner Spezi-Flasche – eine Farbkomposition aus Gelb, Orange, Rot, Pink und Lila mit einer auffälligen Wellenform – markenrechtlich schützen lassen. Dieses auffällige Design sei, so Paulaner, ein zentrales Wiedererkennungsmerkmal für das Produkt.

Nach Auffassung der Klägerin habe Berentzen mit seiner Mio Mio Cola+Orange Mische ein zu ähnliches Design gewählt – ebenfalls mit kräftigen Farben und wellenförmiger Gestaltung. Dadurch drohe eine Verwechslungsgefahr beim Verbraucher und eine Verwässerung der Marke Spezi, argumentiert Paulaner.

Berentzen wehrt sich – keine Verwechslungsgefahr

Berentzen hingegen weist die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen sieht in der Gestaltung seiner Flasche ein eigenständiges Design, das sich in Farbwahl, Typografie und Gesamtauftritt klar vom Spezi-Design unterscheide. Außerdem sei das Segment „Cola-Orange-Mischgetränke“ grundsätzlich bunt und kreativ geprägt – Ähnlichkeiten in Farbgebung oder Design seien daher marktüblich und nicht zu vermeiden.

Grundsatzentscheidung mit Signalwirkung?

Das Urteil des Münchner Landgerichts könnte Signalwirkung für die Branche haben. Denn im heiß umkämpften Getränkemarkt sind Verpackungsdesigns ein zentrales Mittel, um sich von der Konkurrenz abzuheben – oder, wie im vorliegenden Fall behauptet wird, um auf den Erfolgszug eines bekannten Produkts aufzuspringen.

Für Paulaner hat der Fall auch eine strategische Bedeutung: Die Brauerei vermarktet Spezi exklusiv in Lizenz und verteidigt die Marke bereits seit Jahren intensiv gegen Nachahmer.

Die Entscheidung des Gerichts wird am Nachmittag erwartet. Ob das Urteil rechtskräftig wird oder in eine Berufungsrunde geht, bleibt offen – die Auseinandersetzung zwischen Spezi und Mio Mio dürfte in jedem Fall für Aufmerksamkeit sorgen.

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