In Bayern macht sich in diesem Sommer ein gefährlicher Trend bemerkbar: Die Zahl der gemeldeten Lyme-Borreliose-Fälle ist spürbar angestiegen. Wie Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach mitteilte, wurden bis Ende Juli bereits 2.940 Infektionen registriert – rund 500 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zahlen stammen vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL).
Lyme-Borreliose wird durch den Stich infizierter Zecken übertragen und kann, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird, schwerwiegende Folgen haben. „Unbehandelt kann die Erkrankung noch Monate nach der Infektion zu schmerzhaften Entzündungen der Nerven, Gelenke oder sogar des Herzens führen“, warnt Ministerin Gerlach. Besonders tückisch: Viele Infizierte bemerken den Stich zunächst gar nicht.
Deshalb lautet der eindringliche Appell der Gesundheitsbehörden: Nach jedem Aufenthalt im Freien die Haut gründlich nach Zecken absuchen – vor allem an warmen, feuchten Körperstellen wie Kniekehlen, Achseln oder dem Haaransatz. Nach einem Stich sollte man die Einstichstelle mehrere Wochen beobachten. Ein typisches Warnzeichen ist eine ringförmige Rötung, die sich um den Biss bildet – die sogenannte Wanderröte.
Wird Borreliose frühzeitig erkannt, lässt sie sich in der Regel gut mit Antibiotika behandeln. Eine Impfung – anders als etwa gegen FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) – gibt es jedoch bislang nicht.
Experten raten neben der gründlichen Selbstkontrolle auch zu geeigneter Kleidung bei Ausflügen in Wald und Wiese: langärmlige Oberteile, lange Hosen und feste Schuhe bieten guten Schutz, ebenso wie das Verwenden von zeckenabweisenden Mitteln.
Der Anstieg der Fallzahlen zeigt deutlich: Zecken sind längst keine bloßen Begleiter von Wanderungen mehr – sie sind ernstzunehmende Krankheitsüberträger. Umso wichtiger ist es, wachsam zu bleiben und Symptome frühzeitig ärztlich abklären zu lassen.