In Sachsen wächst die Zahl der Rentnerinnen und Rentner, die ihren Lebensabend nicht mehr allein aus der gesetzlichen Rente bestreiten können. Wie das Sozialministerium mitteilt, waren im vergangenen Jahr knapp 20.000 Menschen auf Grundsicherung im Alter angewiesen – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 2018, als noch rund 12.000 Personen die staatliche Unterstützung erhielten.
Trotz der wachsenden Zahl bleibt der Anteil im Verhältnis zur Gesamtzahl der Ruheständler vergleichsweise gering: Laut Rentenatlas liegt die Zahl der Rentnerinnen und Rentner in Sachsen seit Jahren konstant bei etwa 1,1 Millionen. Damit sind aktuell weniger als zwei Prozent auf zusätzliche Hilfe vom Staat angewiesen.
Doch der Trend ist eindeutig – und beunruhigend: Die Zahl der Bedürftigen im Alter wächst, und damit auch die Sorge vor zunehmender Altersarmut. Ursachen sind unter anderem niedrige Rentenbiografien, unterbrochene Erwerbsverläufe, Teilzeitarbeit sowie steigende Lebenshaltungskosten, insbesondere bei Miete und Energie.
Sozialverbände fordern seit Langem strukturelle Reformen im Rentensystem und bessere Absicherung für Menschen mit geringem Einkommen im Alter. Auch in Sachsen stellt sich die Frage, wie die soziale Sicherheit im Ruhestand langfristig gewährleistet werden kann – damit aus einem langen Arbeitsleben kein finanzieller Kampf ums Überleben wird.