Im Zuge der andauernden Ermittlungen zu schweren Sachbeschädigungen durch verbotene Pyrotechnik hat die Berliner Polizei erneut mehrere Wohnungen durchsucht. Anlass sind massive Zerstörungen, die in der Silvesternacht durch sogenannte Kugelbomben verursacht wurden – insbesondere in den Bezirken Schöneberg und Wilmersdorf.
Wie Polizei und Staatsanwaltschaft gemeinsam mitteilten, rückten am Morgen etwa 50 Einsatzkräfte aus, um die Wohnungen von drei Tatverdächtigen im Alter von 18, 24 und 26 Jahren zu durchsuchen. Dabei ging es um mögliche Beweismittel im Zusammenhang mit illegalen Böllern, darunter auch selbst gebaute Sprengsätze, deren Einsatz in der Silvesternacht erhebliche Schäden an Fahrzeugen, Gebäuden und Infrastruktur verursachte.
Bereits im März hatte es im Rahmen der Ermittlungen eine erste größere Durchsuchungsaktion gegeben. Damals wurden neun Wohnanschriften überprüft, wobei zahlreiche elektronische Geräte, Feuerwerkskörper und Speichermedien beschlagnahmt wurden. Die Auswertung dieser Materialien führte nun zu weiteren Erkenntnissen – und letztlich zur Identifikation der nun durchsuchten Personen.
Die Behörden gehen davon aus, dass es sich um eine lose organisierte Gruppe junger Männer handelt, die sich über soziale Netzwerke über das Herstellen und Zünden von Kugelbomben ausgetauscht haben. Einige der beschlagnahmten Böller hatten eine Sprengkraft, die mit professionellen Feuerwerkskörpern aus dem Ausland vergleichbar sei – deutlich über der gesetzlichen Grenze für frei verkäufliche Pyrotechnik.
Die Ermittlungen dauern an. Die Polizei prüft, ob die Tatverdächtigen auch mit anderen Silvester-Krawallen in Verbindung stehen, bei denen Einsatzkräfte angegriffen und Einsatzfahrzeuge beschädigt wurden. Die Berliner Sicherheitsbehörden kündigten unterdessen an, vor dem kommenden Jahreswechsel gezielt gegen die Herstellung und den Vertrieb illegaler Böller vorzugehen, um ähnliche Eskalationen zu verhindern.