Es war eine Rettung gegen die Zeit und die Kräfte der Natur: In der Nähe von Rührsdorf (Bezirk Krems) ist es am Montagabend der Feuerwehr gelungen, eine Mutter und ihren Sohn aus den reißenden Fluten der hochwasserführenden Donau zu bergen. Ihr Kajak war gekentert – was als Familienausflug begann, endete beinahe in einer Tragödie.
Gegen 18 Uhr setzte der Notruf ein groß angelegtes Rettungsmanöver in Gang. Die Familie war mit zwei Kajaks unterwegs – Mutter und Sohn im einen, Vater und ein zweiter Sohn im anderen Boot. Als das Kajak der Frau kenterte, schien die Situation zunächst noch unter Kontrolle: Mutter und Kind konnten sich an einem angeschwemmten Baumstamm am Ufer festhalten. Doch die Donau, die durch tagelange Regenfälle derzeit Hochwasser führt, ließ nicht locker – die beiden wurden schließlich abgetrieben.
Sekunden später griff der Vater zum Handy – sein Notruf alarmierte die Feuerwehr, die binnen Minuten mit Booten und Ausrüstung vor Ort war. Zwei Einsatzkräfte sprangen, mit Sicherheitsseilen gesichert, direkt in das eiskalte Wasser. Bei einer Brücke gelang schließlich die riskante, aber erfolgreiche Rettung: Mutter und Sohn wurden aus dem Strom gezogen und an Land gebracht.
Beide wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Sie hatten offenbar leichte Verletzungen erlitten und zeigten Anzeichen von Unterkühlung – bei Wassertemperaturen deutlich unter 15 Grad kein Wunder.
Einsatzleiter Herbert Polz sprach im Nachgang von einem „Einsatz unter schwierigen Bedingungen“ und lobte den reibungslosen Ablauf: „Das hätte auch anders ausgehen können – hier war jede Minute entscheidend.“
Zunächst gab es widersprüchliche Informationen darüber, ob ein zweiter Sohn ins Wasser gesprungen sei, um bei der Rettung zu helfen. Diese Angaben wurden inzwischen korrigiert.
Für den betroffenen Donau-Abschnitt bei Rührsdorf galt zum Zeitpunkt des Vorfalls eine offizielle Hochwasserwarnung – ein Mahnmal für die oft unterschätzte Gewalt der Naturgewässer, selbst in Nebenarmen der Donau.