Immer mehr Müll in Stadtparks – dieses Problem beschäftigt zahlreiche Kommunen in Schleswig-Holstein. Nach Recherchen des NDR nimmt die Abfallmenge in öffentlichen Grünanlagen vielerorts zu. Mit ihr steigen auch die Kosten für Reinigung und Entsorgung. Die Städte stehen vor der Herausforderung, die Parks sauber und attraktiv zu halten – und suchen nach nachhaltigen Lösungen.
Grillreste, Verpackungen, Einwegmüll: Parks vermüllen zunehmend
Besonders an Wochenenden oder bei gutem Wetter bieten Stadtparks beliebte Treffpunkte – für Familien, Jugendliche, Grillfreunde. Doch was als Freizeitvergnügen beginnt, endet oft mit überquellenden Mülleimern und achtlos weggeworfenem Abfall. Zurück bleiben leere Flaschen, Essensverpackungen, Einweggrills und Plastiktüten.
Städte wie Kiel, Lübeck und Flensburg berichten übereinstimmend von einem spürbaren Anstieg der Müllmengen – vor allem in den Sommermonaten. In Flensburg etwa sei die Zahl der Einsätze für die Stadtreinigung in Parks im Vergleich zu 2022 um fast 20 Prozent gestiegen.
Höhere Reinigungskosten für die Städte
Die wachsende Müllflut hat direkte finanzielle Folgen. Die Kosten für zusätzliche Reinigungskräfte, Sondereinsätze am Wochenende oder größere Müllbehälter belasten kommunale Haushalte. Die Stadt Kiel etwa beziffert die jährlichen Ausgaben für die Parkreinigung inzwischen auf rund 850.000 Euro – Tendenz steigend.
Kommunen reagieren mit neuen Konzepten
Um das Problem in den Griff zu bekommen, setzen viele Städte in Schleswig-Holstein auf eine Mischung aus Aufklärung, Prävention und praktischen Maßnahmen:
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Mehr Müllbehälter und engere Leerungsintervalle: Einige Städte haben zusätzliche Abfallbehälter aufgestellt oder die Leerungen an heißen Tagen erhöht.
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Anti-Müll-Kampagnen: Öffentlichkeitsarbeit spielt eine zunehmende Rolle. In Lübeck etwa sensibilisiert die Kampagne „Saubere Stadt – deine Verantwortung“ mit Plakaten und Aktionen für ein besseres Verhalten im öffentlichen Raum.
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Sanktionen bei Verschmutzung: In Flensburg und Neumünster werden Verursacher gezielt mit Bußgeldern belegt – wenn sie denn erwischt werden.
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Müllscouts und Parkpatenschaften: In einigen Städten patrouillieren freiwillige Müllscouts oder lokale Initiativen übernehmen Patenschaften für Parkabschnitte.
Bürgerbeteiligung gefragt
Einige Kommunen setzen verstärkt auf das Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Müllsammelaktionen mit Schulen, Vereinen oder Nachbarschaftsgruppen sollen nicht nur den Abfall reduzieren, sondern auch das Bewusstsein für das eigene Verhalten schärfen. „Wir allein können das Problem nicht lösen“, sagt eine Sprecherin der Stadt Heide. „Es braucht ein Umdenken – bei allen.“
Fazit: Kein einfacher Weg zur sauberen Stadt
Die Vermüllung öffentlicher Grünflächen ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Die Städte in Schleswig-Holstein reagieren mit Pragmatismus und Kreativität – stoßen dabei aber auch an finanzielle und personelle Grenzen. Langfristig wird sich zeigen müssen, ob die Mischung aus Aufklärung, Repression und Bürgerbeteiligung ausreicht, um die Parks wieder sauberer und lebenswerter zu machen.