Die Zahl der Fälle von bandenmäßigem Betrug im Zusammenhang mit dem Bürgergeld ist im vergangenen Jahr in Deutschland deutlich gestiegen. Nach einem Bericht der Rheinischen Post geht das aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor.
Demnach wurden im Jahr 2024 mehr als 400 Verdachtsfälle registriert – fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Besonders auffällig: In zahlreichen Fällen handelt es sich laut Jobcentern um organisierte Strukturen, die gezielt versuchen, das System auszunutzen.
Vorgehensweise der Täter
Wie aus den Angaben hervorgeht, bestehen die Maschen häufig darin, dass Menschen aus anderen EU-Staaten mithilfe fingierter Arbeitsverhältnisse oder Mietverträge Leistungen nach dem Bürgergeldgesetz erschleichen. In vielen Fällen treten mutmaßlich organisierte Gruppen als vermeintliche Arbeitgeber oder Vermieter auf. Ziel ist es, Zugang zu Sozialleistungen zu erhalten – die dann teilweise an die Hintermänner zurückfließen.
Die Jobcenter sprechen in diesen Fällen von bandenmäßigem Sozialleistungsbetrug, da ein koordiniertes Vorgehen in mehreren Schritten erkennbar sei – etwa bei der Anmeldung, der gefälschten Arbeitsaufnahme und der Kontenverwendung.
Forderungen nach schärferen Kontrollen
Angesichts der Entwicklung mehren sich politische Stimmen, die verstärkte Prüfmechanismen und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Behörden fordern. Gleichzeitig mahnen Sozialverbände zur Differenzierung: Missbrauch dürfe nicht pauschalisiert werden – viele Menschen seien tatsächlich auf Unterstützung angewiesen.