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Landstrom-Pflicht für Kreuzfahrtschiffe: Hamburg führt Umweltauflage schon 2027 ein

wal_172619 (CC0), Pixabay

Hamburg geht beim Klimaschutz im Hafenbetrieb voran: Ab dem Jahr 2027 wird die Hansestadt die Nutzung von Landstrom für Kreuzfahrtschiffe verpflichtend vorschreiben – und damit drei Jahre früher als von der Europäischen Union geplant. Das kündigte Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard (SPD) im Gespräch mit NDR 90,3 an.

Verpflichtung für landstromfähige Schiffe

Die neue Regelung wird für alle Kreuzfahrtschiffe gelten, die technisch in der Lage sind, Landstrom zu beziehen. Das bedeutet: Während ihrer Liegezeit im Hafen müssen sie ihre bordeigenen Dieselgeneratoren abschalten und stattdessen Strom von Land beziehen. Ziel ist es, die Luftverschmutzung und den CO₂-Ausstoß während der Hafenliegezeiten spürbar zu reduzieren.

Bereits seit 2017 ist am Kreuzfahrtterminal Altona eine Landstromanlage in Betrieb. Weitere Stationen wurden 2023 in Steinwerder eingerichtet, und 2025 folgt das neue Terminal in der Hafencity. Bisher ist die Nutzung freiwillig – das soll sich nun ändern.

Leonhard: Landstrom ist Voraussetzung für wachsende Akzeptanz

Senatorin Leonhard begründet den Schritt mit dem Ziel, das Kreuzfahrtgeschäft in Hamburg zukunftsfähig und umweltverträglich zu gestalten:

„Es ist auch wichtig für die Akzeptanz des Kreuzfahrtgeschäftes in der Gesamtstadt“, sagte sie. Das wirtschaftliche Potenzial der Branche sei erheblich, aber es müsse mit Verantwortung gegenüber Umwelt und Stadtgesellschaft einhergehen.

Sanktionen bei Verstößen geplant

Für Reedereien, die sich der neuen Vorgabe widersetzen, sind ab 2027 sogenannte Ersatzzahlungen vorgesehen. Konkrete Details dazu sind noch in Planung. Dass die frühzeitige Einführung der Pflicht Anbieter abschrecken könnte, glaubt Leonhard nicht: Schon heute nutzten rund zwei Drittel aller landstromfähigen Kreuzfahrtschiffe das Angebot in Hamburg – und das ganz ohne gesetzliche Verpflichtung.

Trotz der freiwilligen Nutzung bleibt Landstrom bisher teurer als Strom aus den bordeigenen Generatoren. Dennoch steigt die Nachfrage – auch, weil Umweltstandards zunehmend ein Faktor bei der Routenwahl der Reedereien sind.

Hafenverwaltung sieht Hamburg als europäischen Vorreiter

Auch die Hamburg Port Authority (HPA) sieht den Kurs der Stadt als zukunftsweisend. HPA-Chef Jens Meier betonte gegenüber NDR 90,3:

„Hamburg war vor acht Jahren europaweit Vorreiter beim Thema Landstrom. Diesen Vorsprung wollen wir nutzen und ausbauen.“

Im kommenden Jahr sollen insbesondere die neuen Anschlusspunkte im Kreuzfahrtterminal Hafencity intensiv getestet werden. Ziel ist es, bis 2027 eine stabile und leistungsfähige Infrastruktur für den verpflichtenden Landstrombetrieb bereitzustellen.

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