Die Zahl der Inobhutnahmen durch Jugendämter in Deutschland ist im vergangenen Jahr erstmals seit drei Jahren leicht zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wurden im Jahr 2024 rund 69.500 Kinder und Jugendliche vorübergehend in Obhut genommen – das entspricht einem Rückgang von etwa sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Weniger unbegleitete Einreisen, aber mehr akute Notlagen
Der Rückgang hängt laut Statistik vor allem damit zusammen, dass weniger unbegleitete minderjährige Ausländer aufgenommen werden mussten. Diese Zahl war in den Vorjahren unter anderem durch die Fluchtbewegungen stark angestiegen.
Gleichzeitig zeigt sich jedoch eine besorgniserregende Entwicklung: Die Zahl der Fälle, in denen Kinder oder Jugendliche wegen akuter Kindeswohlgefährdung geschützt werden mussten, stieg um zehn Prozent. Das bedeutet: Immer häufiger greifen Jugendämter unmittelbar ein, wenn Gefahr für Leib und Seele der Betroffenen besteht.
Mehr Hilferufe von Betroffenen selbst
Bemerkenswert ist auch: Rund zehn Prozent mehr Mädchen und Jungen wandten sich selbst an die Behörden und baten um Schutz – ein Hinweis darauf, dass Kinder und Jugendliche zunehmend selbst sensibel auf problematische Situationen reagieren und Hilfe suchen.
Die Schutzmaßnahmen dauerten laut Statistik im Schnitt gut zwei Monate, bevor entweder eine Rückkehr ins Elternhaus möglich war oder weitergehende Hilfen eingeleitet wurden.