Bei einem seltenen Präsidentenbesuch in der US-Notenbank Fed kam es am Donnerstag zum offenen Schlagabtausch zwischen US-Präsident Donald Trump und Fed-Chef Jerome Powell – mitten in einem 2,5 Milliarden Dollar teuren Renovierungsprojekt des Fed-Hauptquartiers.
Worum geht es?
Trump nutzte die Gelegenheit, um den Fed-Vorsitzenden öffentlich wegen der hohen Baukosten und seiner Zinspolitik anzugreifen. Er behauptete, die Renovierung koste „mehr als 3 Milliarden Dollar“. Powell widersprach und korrigierte: Das seien überhöhte Zahlen, die auch andere Gebäude miteinbezögen.
Politisches Kalkül hinter der Baustellen-Visite
Trumps Besuch wurde kurzfristig auf seiner Social-Media-Plattform angekündigt. Begleitet wurde er unter anderem von Senator Tim Scott, OMB-Direktor Russell Vought und anderen Republikanern – viele mit weißen Bauhelmen.
Der Hintergrund: Trump macht Powell verantwortlich für das zögerliche Wirtschaftswachstum. Er fordert eine massive Zinssenkung um drei Prozentpunkte – Powell bleibt jedoch vorsichtig, unter anderem wegen möglicher Auswirkungen von Trumps eigenen Strafzöllen.
Das „Palast der Fed“-Narrativ
Die Renovierung des historischen Marriner-S.-Eccles-Gebäudes wird zur politischen Zielscheibe:
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Republikaner nennen es spöttisch den „Palast von Versailles“.
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Trump hält die überzogenen Kosten für ein mögliches „Entlassungsgrund“ – räumt aber ein, dass Powell ohnehin in acht Monaten abgelöst werde.
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Vought wirft Powell vor, gesetzliche Bauvorgaben umgangen zu haben. Powell widerspricht entschieden.
Was steckt wirklich hinter den Kosten?
Laut Fed:
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Die Gebäude sind fast 100 Jahre alt.
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Asbest, Blei, veraltete Strom- und Heizsysteme, neue Sicherheitsstandards und teure Baumaterialien treiben die Kosten.
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Das Projekt wurde ursprünglich mit 1,9 Mrd. Dollar veranschlagt, liegt nun bei 2,5 Mrd.
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Der Einzug ist für 2028 geplant.
Warum ist das brisant?
Der Fed-Chef sollte unabhängig sein – traditionell halten sich Präsidenten aus den Entscheidungen der Notenbank heraus. Trump durchbricht diese Normen regelmäßig. Seine öffentliche Kritik – gepaart mit dem Vorwurf des Bau-Exzesses – wirkt wie ein politisches Druckmittel zur Zinsmanipulation.
Fazit:
Was als Baustellenbesuch begann, entpuppte sich als offener Machtkampf. Trump nutzt Powells teures Bauprojekt als Hebel, um die Zinspolitik zu beeinflussen – und inszeniert sich als Baumeister des „gesunden Menschenverstands“. Doch Powell verteidigt die Unabhängigkeit der Fed – (noch) standhaft.