Trotz der Ankündigung von Präsident Donald Trump, ab dem 1. August neue, deutlich höhere Zölle gegen zahlreiche Handelspartner zu verhängen, reagieren die Finanzmärkte bislang kaum. Während Investoren davon ausgehen, dass Trump erneut zurückrudern wird – wie schon in der Vergangenheit –, betont das Weiße Haus diesmal den Ernst der Lage.
Die Ausgangslage:
Trump plant Zölle von bis zu 30 % auf Importe aus Ländern, mit denen noch kein neues Handelsabkommen geschlossen wurde. Deals mit Großbritannien, China, Indonesien, Vietnam, Japan und den Philippinen wurden bereits vereinbart, viele andere Länder – darunter auch EU-Staaten – stehen noch in Verhandlungen.
Zwei Lesarten derselben Ruhe:
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Wall Street interpretiert die Marktstabilität als Zeichen dafür, dass Trump seine Drohungen nicht umsetzen wird.
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Das Weiße Haus hingegen sieht in der Gelassenheit der Märkte den Beleg dafür, dass sich Unternehmen bereits an die neue Handelspolitik angepasst haben – und die Zölle somit verkraftbar wären.
Interner Optimismus in Washington:
Trump-nahe Berater werten die ruhigen Märkte als Rückenwind für einen härteren Kurs. Ein Regierungsbeamter sagte, die Zeit der Zurückhaltung sei vorbei – Unternehmen hätten längst begonnen, ihre Lieferketten entsprechend umzustellen.
Experten warnen vor Fehleinschätzung:
Wirtschaftsanalysten wie Sarah Bianchi (Evercore ISI) sehen in der trügerischen Ruhe ein Risiko: Sollte Trump die Zölle wirklich durchziehen, könnte es kurzfristig zu Marktverwerfungen kommen. Derzeit liegt der durchschnittliche US-Zollsatz laut Yale University bereits bei 16,6 % – vor Trumps Amtszeit waren es nur 2,4 %.
Erste Auswirkungen sichtbar:
Einige Konzerne, wie General Motors, melden bereits milliardenschwere Belastungen durch die Handelspolitik. Preissteigerungen in Bereichen wie Kleidung und Möbel deuten darauf hin, dass die höheren Kosten langsam bei Verbrauchern ankommen.
Fazit:
Während das Weiße Haus die Zeit bis zum 1. August nutzt, um weiteren Druck auf Verhandlungspartner auszuüben, bleibt unklar, ob Trump tatsächlich alle angekündigten Zölle einführt – oder erneut einen Rückzieher macht. Die Finanzmärkte scheinen bislang auf Letzteres zu setzen.