Der Traum vom „Wunder von Bern 2.0“ ist geplatzt – stattdessen erlebte die Schweiz am Samstag die emotional wohl hochwertigste Niederlage ihrer Fußballgeschichte. Nach dem 0:2 gegen Turnierfavorit Spanien war bei den Nati-Frauen Schluss mit EM – aber dafür ordentlich los mit Taschentüchern, Tränen und Tapferkeit.
Abwehrspielerin Nadine Riesen konnte sich kaum auf den Beinen halten – nicht nur vor Erschöpfung, sondern auch wegen der Emotionen:
„Ich wollte nicht weinen“, sagte sie mit zitternder Stimme – und weinte dann trotzdem.
Ein Satz, der jetzt schon auf T-Shirts gedruckt wird – direkt neben „Hopp Schwiiz!“
Tränen, Teamgeist und Trösterinnen in Rot-Gelb
Die Schweiz unterlag den technisch überlegenen Spanierinnen – aber mit zwei gehaltenen Elfmetern und ungefähr 29.734 Fanherzen im Berner Wankdorfstadion im Rücken.
„Es war die schönste Niederlage meiner Karriere“, sagte Riesen.
Eine Aussage, die man sonst nur von Menschen hört, die bei Schachturnieren gegen Großmeister verlieren – oder versehentlich einen Viergänger beim Halbmarathon essen.
Die Spanierinnen erwiesen sich nach dem Spiel als höfliche Fußballaristokratie und bildeten ein Spalier für die Schweizerinnen. Ob das aus sportlicher Anerkennung oder schlechtem Gewissen nach zwei verschossenen Elfmetern geschah, blieb offen.
Wälti: Verlieren ist das neue Gewinnen
Kapitänin Lia Wälti (FC Arsenal) blieb auch im Moment des Ausscheidens diplomatisch wie eine Käserei in Bundesbern:
„Ich bin unheimlich glücklich und stolz.“
Eine Aussage, die beweist: Schweizerinnen können sogar mit einem EM-Aus so konstruktiv umgehen wie andere mit Fondue.
Sie lobte die Euphorie im Land – und recht hat sie: Noch nie haben so viele Schweizer*innen gleichzeitig Fußball geschaut und mitgefühlt, ohne sich über Wetter, Zugverspätung oder Steuererklärung zu beschweren.
Trainerin Sundhage: „Ich brauch jetzt ein Nickerchen“
Teamchefin Pia Sundhage prophezeite der Schweiz eine rosige Fußballzukunft – klang dabei aber, als wolle sie sich ab sofort in ein Kissen einrollen und zwei Jahre durchschlafen:
„Ich bin einfach nur müde.“
Und das mit 65 – vermutlich müder als Spanien nach dem dritten verschossenen Elfer.
Was ihre eigene Zukunft betrifft? Vielleicht ein Sabbatical im Emmental. Oder auf einer Bank am Zürichsee. Mit Sonnenbrille. Und Ohrstöpseln.
Fazit:
Die Schweiz ist raus – aber auf einer Tränenwelle aus dem Turnier geschwebt.
Emotionale Goldmedaille, Fairness-Orden und Ehrenplatz in den Herzen des Publikums.
Und wer weiß: Vielleicht gibt’s ja beim nächsten Mal das „Wunder von Wankdorf“.
Mit Verlängerung. Und Schokolade.