Norwegen reagiert auf den massiven Anstieg des Tourismus und führt eine Touristensteuer ein, um die Belastungen für Infrastruktur und Anwohner zu verringern. Das am Donnerstag verabschiedete Gesetz sieht eine Abgabe von drei Prozent auf Übernachtungen vor. Diese Steuer gilt nicht nur für Hotels, sondern kann auch auf Kreuzfahrtschiffe angewendet werden, die in stark frequentierten Regionen anlegen.
Hintergrund: Tourismusboom mit Schattenseiten
Im vergangenen Jahr verzeichnete Norwegen 38,4 Millionen Übernachtungen, davon mehr als 12 Millionen durch ausländische Gäste. Besonders die berühmten Fjorde ziehen immer mehr Reisende an. Doch der Andrang führt zu Problemen: überfüllte Parkplätze, lange Schlangen vor öffentlichen Toiletten und Spannungen mit der lokalen Bevölkerung sind längst Realität.
Ziel: Verbesserung der Infrastruktur
Die Einnahmen aus der neuen Steuer sollen ausschließlich in die Verbesserung der touristischen Infrastruktur fließen. Geplant sind Investitionen in zusätzliche Parkflächen, mehr sanitäre Anlagen und Maßnahmen zum Schutz der Natur in den besonders betroffenen Gebieten.
Signalwirkung für Europa?
Norwegen reiht sich mit dieser Entscheidung in eine wachsende Zahl von Ländern ein, die Maßnahmen gegen Übertourismus ergreifen – ähnlich wie Venedig, das bereits eine Eintrittsgebühr eingeführt hat. Experten erwarten, dass die Steuer nicht nur Einnahmen generiert, sondern auch eine Lenkungswirkung entfalten könnte, indem Reisende ihre Aufenthalte bewusster planen.