Ein tragisches Kapitel in der Geschichte des Grand Canyon: Die ikonische Grand Canyon Lodge am Nordrand des weltberühmten Nationalparks wurde am 13. Juli 2025 durch einen verheerenden Waldbrand vollständig zerstört. Das Gebäude, das seit 1937 Besucher aus aller Welt empfing, fiel den Flammen des sogenannten Dragon-Bravo-Feuers zum Opfer.
Wie der National Park Service mitteilte, brannten auf dem Nordrand des Canyons zwischen 50 und 80 Gebäude nieder, darunter auch zahlreiche historische Hütten und Einrichtungen rund um die Lodge. Die Region wurde großflächig evakuiert, Wanderwege wie der Bright Angel Trail und der South Kaibab Trail sind vorerst geschlossen. Ein beschädigtes Wasserwerk auf dem Nordrand führt zudem zu einem gefährlichen Chlorgasaustritt – mit der Folge, dass selbst Löschflugzeuge derzeit keine Feuerhemmer abwerfen können.
Insgesamt kämpfen Einsatzkräfte gegen zwei Großbrände in der Region: das White-Sage-Feuer nördlich des Parks hat bereits über 40.000 Hektar Land vernichtet, während das Dragon-Bravo-Feuer auf über 5.000 Hektar anwuchs. Beide Brände entstanden nach Blitzeinschlägen und wurden durch starke Winde sowie geringe Luftfeuchtigkeit zusätzlich angefacht.
Die betroffene Grand Canyon Lodge war ein nationales Wahrzeichen, das einst von Architekt Gilbert Stanley Underwood entworfen wurde. Ihr rustikales Erscheinungsbild – mit lokalem Kalkstein und massiven Ponderosa-Kiefern erbaut – war ein Paradebeispiel für die Philosophie des „Park Service Rustic“. Sie beherbergte 23 Deluxe- sowie über 90 Standardhütten, dazu ein Café, eine Post, einen Geschenkeladen und ein Besucherzentrum.
Die Betreibergesellschaft Aramark zeigte sich erschüttert: „Wir sind zutiefst betroffen über den Verlust der Grand Canyon Lodge und zahlreicher historischer Gebäude“, erklärte Sprecherin Debbie Albert. „Wir sind dankbar, dass alle Gäste und Mitarbeiter in Sicherheit gebracht werden konnten.“
Während über 500 Einsatzkräfte den White-Sage-Brand bekämpfen, sind rund 70 am Dragon-Bravo-Feuer im Einsatz – doch beide Brände galten am 13. Juli noch als 0 % eingedämmt. Die US-Behörden riefen Reisende und Anwohner zur Vorsicht auf und appellierten, das betroffene Gebiet zu meiden.
Der Verlust der Lodge trifft nicht nur die Parkbesucher, sondern auch das kulturelle Erbe des Grand Canyon – ein weiterer schmerzlicher Beleg für die wachsende Bedrohung durch extreme Waldbrände im amerikanischen Westen.