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Verheerende Überschwemmungen in Texas: Über 100 Tote, neue Regenfälle verschärfen Lage

geralt (CC0), Pixabay

In Zentraltexas hat neuer Starkregen am Sonntag erneut schwere Überschwemmungen ausgelöst. In mehreren Landkreisen mussten Menschen aus ihren Häusern gerettet werden, darunter San Saba, Lampasas und Schleicher, wie Gouverneur Greg Abbott mitteilte. Besonders betroffen ist der Bezirk Kerr County, wo die Zahl der Todesopfer der Flutkatastrophe vom 4. Juli inzwischen auf 129 gestiegen ist – darunter 67 Erwachsene und 36 Kinder, viele davon aus dem christlichen Mädchenlager Camp Mystic.

Die aktuellen Regenfälle – laut Wetterdienst bis zu 12 Zoll (über 30 cm) – haben die Such- und Bergungsarbeiten entlang des Guadalupe River gestoppt. Wegen beschädigter Infrastruktur und einer Chlorgas-Leckage wurde die Gegend evakuiert. Feuerwehrleute und Rettungskräfte mussten das Gebiet verlassen.

„Das ist kein Abenteuer – das ist lebensgefährlich“, warnte die Feuerwehr in Ingram, nur wenige Kilometer von Kerrville entfernt. Der Ort wurde besonders hart getroffen: Noch immer gelten zahlreiche Menschen als vermisst.

Auch wenn es Kritik an den Warnsystemen vor dem Unglück gegeben hat, berichten Anwohner wie Matthew Stone, dass diesmal deutlich früher gewarnt wurde. „Wir bekommen viele Alerts, die Polizei ist ständig unterwegs“, sagte er der Nachrichtenagentur AP.

Die emotionale Belastung für die Einsatzkräfte ist enorm. In einem bewegenden Beitrag auf sozialen Medien schrieb die Feuerwehr Ingram:
„Die Schreie, das tosende Wasser, die Rufe nach Hilfe – diese Geräusche werden uns für immer begleiten.“

Die Erinnerung an die verstorbenen Kinder und Betreuer des Camps Mystic bewegt Menschen im ganzen Land. Ehemalige Teilnehmerinnen, die sich selbst „Mystic Girls“ nennen, trauern um einen Ort, der für viele von ihnen ein sicherer Rückzugsort war. „Es war ein Ort, an dem man einfach man selbst sein durfte“, sagte eine Betroffene.

Wegen der neuen Regenfälle bleibt die Lage angespannt. Der Wetterdienst warnte vor weiteren Überschwemmungen auf bereits durchnässten Böden. Der US-Katastrophenschutz FEMA verteidigte sein Vorgehen – laut Ministerin Kristi Noem sei die Reaktion eine der schnellsten der letzten Jahre gewesen.

Die Suche nach Vermissten geht unter schwierigsten Bedingungen weiter. Wie lange es dauern wird, bis alle Opfer geborgen werden können, ist völlig offen.

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