Die deutsche Buchbranche blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2024 zurück: Der Gesamtumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent auf 9,88 Milliarden Euro. Besonders erfreulich ist dabei die Entwicklung unter jungen Menschen zwischen 16 und 29 Jahren – sie greifen wieder deutlich häufiger zum Buch. Das zeigt eine aktuelle Erhebung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.
Jugend entdeckt das Lesen neu
Vor allem die sogenannte Gen Z treibt den Aufschwung: Bücher aus den Genres New Adult und Young Adult – also Geschichten rund um Liebe, Selbstfindung und das Erwachsenwerden – erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Diese Titel werden auf Plattformen wie TikTok und Instagram unter Hashtags wie #BookTok gefeiert und regen zum Lesen an. Besonders junge Frauen gelten dabei als treibende Kraft hinter dem Boom.
Digitales Hören wird immer beliebter
Auch der Hörbuchmarkt entwickelt sich dynamisch. Der digitale Konsum über Streamingdienste oder Downloads hat sich etabliert und ergänzt das klassische Buch. Gerade bei jüngeren Zielgruppen, die ohnehin stark digital unterwegs sind, werden Hörbücher zur beliebten Alternative. Stabil bleibt dagegen der Marktanteil von E-Books, der sich weiterhin bei etwa sechs Prozent einpendelt.
Gedämpfte Erwartungen für 2025
Trotz der positiven Jahresbilanz 2024 verlief das erste Halbjahr 2025 schwächer: Der Umsatz lag 3,3 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Der Börsenverein zeigt sich dennoch zuversichtlich – das zweite Halbjahr sei traditionell stärker, nicht zuletzt wegen der Sommerferien und der Frankfurter Buchmesse.
Appell: Leseförderung bleibt zentrale Aufgabe
Trotz gestiegener Nachfrage bleibt ein strukturelles Problem bestehen: Ein erheblicher Teil der Kinder und Jugendlichen verfügt nicht über ausreichende Lesekompetenz. Der Börsenverein warnt, dass etwa jedes vierte Kind in Deutschland funktional nicht lesen kann – ein erheblicher bildungspolitischer Handlungsbedarf, gerade wenn Lesen auch in Zukunft ein Kulturgut bleiben soll.
Fazit: Die Branche profitiert derzeit von einem begeisterten jungen Publikum und einer breiten digitalen Nutzung – doch die Förderung der Lesekompetenz muss aus Sicht der Verlage und Buchhändler weiter verstärkt werden, um möglichst alle Generationen für das Buch zu gewinnen.