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Schwere Regenfälle auf Java: Tote, Vermisste und massive Schäden in Westjava

IqbalStock (CC0), Pixabay

Nach Angaben des indonesischen Katastrophenschutzes kam es dort in der Nacht auf Montag zu schweren Sturzfluten und Erdrutschen, die infolge mehrtägiger Dauerregen ausgelöst wurden. In mehreren Ortschaften rissen Wassermassen Straßen auf, unterspülten Fundamente und schoben ganze Häuser meterweit von ihren Standorten. Eine Schule wurde durch einen Hangrutsch teilweise zerstört. Viele Bewohner konnten sich nur noch in letzter Minute retten – nicht alle überlebten.

Ein Sprecher des Zivilschutzes erklärte, dass mindestens eine Person weiterhin als vermisst gilt. Die Suche wird durch nachrutschende Erdmassen und unzugängliche Geländeabschnitte erheblich erschwert. Auch Hubschrauber und Drohnen sind im Einsatz, um unzugängliche Gebiete zu überfliegen und mögliche Überlebende zu lokalisieren.

Neben Westjava ist auch die Hauptstadtregion Jakarta massiv betroffen. In Teilen der Megametropole stand das Wasser hüfthoch, der öffentliche Nahverkehr war zeitweise komplett eingestellt. Tausende Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Die städtischen Entwässerungssysteme waren den Wassermassen nicht gewachsen, obwohl Jakarta seit Jahren als besonders hochwassergefährdet gilt.

Meteorologen sprechen von einem extrem seltenen Wetterereignis: Die Regenmengen der letzten 48 Stunden entsprachen örtlich dem Zwei- bis Dreifachen des üblichen Monatsniederschlags. Der indonesische Wetterdienst BMKG führt die extremen Niederschläge auf eine Kombination aus dem Klimaphänomen La Niña und einer ungewöhnlich aktiven Monsunphase zurück. Besonders gefährlich sei dabei die zunehmende Unberechenbarkeit solcher Ereignisse: Regenfälle treten häufiger plötzlich und in enormer Intensität auf – mit tödlichen Folgen für Bevölkerung und Infrastruktur.

Inzwischen sind hunderte Einsatzkräfte vor Ort, um Straßen freizuräumen, Unterkünfte bereitzustellen und die Stromversorgung in betroffenen Gebieten wiederherzustellen. Auch freiwillige Helfer aus den umliegenden Regionen sind im Einsatz, um Lebensmittel, Wasser und Decken an betroffene Familien zu verteilen.

Indonesiens Regierung sieht sich erneut mit der Kritik konfrontiert, dass die Vorsorge gegen Naturkatastrophen hinter den Entwicklungen zurückbleibt. Vor allem in den ländlichen Regionen mangelt es an Frühwarnsystemen und an ausreichender Infrastruktur zur Abwehr von Erdrutschen oder Überschwemmungen. Klimaforscher warnen, dass sich solche Wetterextreme in den kommenden Jahren häufen könnten – und fordern massive Investitionen in Prävention, Katastrophenschutz und Bildung.

Die Zahl der Todesopfer könnte in den kommenden Tagen weiter steigen, da viele abgelegene Dörfer noch nicht erreicht werden konnten. Die Behörden rufen alle Bewohner gefährdeter Gebiete auf, sich vor möglichen Nachrutschungen und weiteren Regenfällen in Sicherheit zu bringen. Eine Entspannung der Wetterlage ist laut Prognosen frühestens Mitte der Woche zu erwarten.

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