Im aufsehenerregenden Fall um den Mord an vier Universitätsstudenten im US-Bundesstaat Idaho hat sich der Angeklagte Bryan Kohberger schuldig bekannt. Im Rahmen eines Deals mit der Staatsanwaltschaft wird der 30-Jährige zu viermal lebenslanger Haft ohne Aussicht auf Bewährung verurteilt – und entgeht damit einem drohenden Todesurteil.
Die Tat hatte im November 2022 die USA erschüttert: Die vier jungen Opfer – Madison Mogen (21), Kaylee Goncalves (21), Xana Kernodle (20) und Ethan Chapin (20) – wurden in einem Mietshaus nahe dem Campus der University of Idaho brutal erstochen. Die kleine College-Stadt Moscow hatte bis dahin seit fünf Jahren keinen einzigen Mord verzeichnet.
Schuldbekenntnis ohne Regung
Bei der Anhörung am 2. Juli bestätigte Kohberger mit einem knappen „Ja“, dass er die Taten vorsätzlich und mit Planung begangen habe. Während die Namen der Opfer verlesen wurden, zeigte er keinerlei sichtbare Emotion.
Richter Steven Hippler akzeptierte das Schuldbekenntnis und setzte den Urteilstermin für den 23. Juli an. Es wird erwartet, dass Angehörige der Opfer dann in persönlichen Stellungnahmen zu Wort kommen – möglicherweise über zwei Tage hinweg.
Familien der Opfer uneins über Deal
Die Eltern von Madison Mogen und Ethan Chapin unterstützen das Abkommen. Mogens Anwalt erklärte vor der Presse:
„Wir stehen voll hinter dieser Einigung. Jetzt beginnt der Weg der Heilung.“
Ganz anders sieht es die Familie von Kaylee Goncalves: Sie kritisierte den Deal scharf als „Beleidigung“ und wirft den Behörden vor, die Angehörigen nicht ausreichend eingebunden zu haben.
„Nach über zwei Jahren endet es nun mit einem heimlich ausgehandelten Abkommen – ohne unsere Stimme.“, so ein Statement der Familie in sozialen Netzwerken.
Spurenlage war erdrückend
Kohberger war zur Tatzeit Doktorand für Kriminologie an der Washington State University, nur wenige Kilometer vom Tatort entfernt. Er wurde Wochen nach den Morden in Pennsylvania verhaftet, wo seine Familie lebt.
Die Beweislage gegen ihn galt als stark:
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DNA-Spuren auf der Messerscheide, die am Tatort gefunden wurde, passten zu Kohberger.
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Handydaten belegten, dass sein Gerät mehrmals in der Nähe des Hauses der Opfer geortet wurde – darunter auch in der Mordnacht.
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Überwachungskameras zeigten sein Fahrzeug nahe dem Tatort.
Die Verteidigung hatte zuvor behauptet, Kohberger sei zur fraglichen Zeit allein unterwegs gewesen – allerdings nicht in dem Wohnviertel.
Ein Fall, der Amerika veränderte
Der Mordfall rief landesweites Entsetzen hervor und wurde zum Symbol für die Verwundbarkeit selbst beschaulicher Universitätsstädte. Er dominierte monatelang die US-Medien und führte zu Diskussionen über Sicherheit, Datenschutz und psychologische Profile von Gewaltverbrechern.
Mit dem Schuldbekenntnis und der lebenslangen Haft endet nun zwar das Strafverfahren – die gesellschaftliche und emotionale Aufarbeitung aber dürfte noch lange andauern.