Nach fast vier Jahrzehnten an der Spitze der US-„Vogue“ beendet Anna Wintour (75) eine Ära: Sie legt ihre Rolle als Chefredakteurin der amerikanischen Ausgabe der berühmten Modezeitschrift nieder. Das gab der Verlag Condé Nast am Mittwoch bekannt.
Ganz verabschiedet sich die einflussreiche Modejournalistin damit aber nicht: Wintour bleibt globale Redaktionsleiterin der „Vogue“ und Chief Content Officer von Condé Nast. Damit behält sie weiterhin die inhaltliche Gesamtverantwortung über eines der einflussreichsten Medienhäuser der Modebranche.
Eine Stilikone mit Kultstatus
Anna Wintour prägte seit 1988 als Chefredakteurin der US-„Vogue“ maßgeblich die internationale Modewelt. Mit ihrem unverwechselbaren Erscheinungsbild – markanter Bob, dunkle Sonnenbrille und elegante Designerkleidung – wurde sie selbst zu einer Stilikone und medialen Figur. Ihr Image inspirierte sogar Hollywood: In dem Film „Der Teufel trägt Prada“ wurde sie durch die Figur der fiktiven Chefredakteurin Miranda Priestly – gespielt von Meryl Streep – weltweit bekannt.
Einfluss weit über Mode hinaus
Wintour galt über Jahrzehnte als eine der mächtigsten Frauen in der Modebranche. Sie war Karrieremacherin, Trendscout und unbestechliche Kritikerin – ihre Zustimmung galt oft als Türöffner für Designer, Models und Marken. Auch politisch zeigte sie sich aktiv: Sie unterstützte unter anderem Kampagnen prominenter Politiker wie Barack Obama.
Wechsel mit Signalwirkung
Ihr Rückzug von der operativen Leitung der US-Ausgabe markiert das Ende einer Ära – und den Beginn einer neuen Struktur bei Condé Nast, in der internationale Ausgaben stärker zusammengeführt werden. Wintour wird diesen Wandel weiterhin mitgestalten, wenn auch mehr im strategischen Hintergrund.
Auch mit 75 bleibt Anna Wintour also eine feste Größe in der Welt der Mode – allerdings in einer neuen Rolle: mehr im Hintergrund, aber nicht minder einflussreich.