Aktenzeichen: 2 IN 226/24
Im Insolvenzverfahren über das Vermögen der EvivaMed Deutschland GmbH, Franz-Zell-Straße 7, 82211 Herrsching, hat der Insolvenzverwalter dem Amtsgericht Weilheim i.OB am 23. Juni 2025 mitgeteilt, dass eine Masseunzulänglichkeit vorliegt. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts München unter HRB 293487 eingetragen und wird durch ihren Geschäftsführer Jantos Detlef vertreten.
Bedeutung der Masseunzulänglichkeit
Die Anzeige nach § 208 Abs. 1 InsO bedeutet, dass die vorhandene Insolvenzmasse nicht ausreicht, um sämtliche Masseverbindlichkeiten – also insbesondere die Kosten des Insolvenzverfahrens sowie andere vorrangige Verpflichtungen wie etwa Arbeitnehmerentgelte, Mietrückstände oder Verwaltungskosten – vollständig zu decken.
Dies markiert einen kritischen Punkt im Verfahren:
Während Gläubigerforderungen ohnehin nach Rang geordnet und in der Regel nur anteilig erfüllt werden, weist die Anzeige der Masseunzulänglichkeit darauf hin, dass nicht einmal alle vorrangigen Verbindlichkeiten beglichen werden können.
Konsequenzen
Mit dieser Anzeige ändert sich der Charakter des Insolvenzverfahrens erheblich. Der Insolvenzverwalter darf ab diesem Zeitpunkt neue Masseverbindlichkeiten nur noch eingehen, wenn diese aus der bestehenden Masse bezahlt werden können. Zudem müssen alle Gläubiger, deren Forderungen davon betroffen sind, mit erheblichen Ausfällen rechnen.
Für das Gericht, die Gläubiger und Verfahrensbeteiligten ist die Anzeige ein wichtiges Signal für die fortgeschrittene wirtschaftliche Auszehrung der Schuldnerin.
Amtsgericht Weilheim i.OB – Insolvenzgericht – 25. Juni 2025