Dark Mode Light Mode

Neue EU-Verpackungsverordnung: Diese Verpackungen verschwinden künftig aus dem Alltag

AlbanyColley (CC0), Pixabay

Mit der neuen EU-Verpackungsverordnung beginnt eine der größten Reformen im Kampf gegen Verpackungsmüll. Seit heute gelten die ersten Vorschriften der neuen Regelung, die den Verpackungsverbrauch in Europa deutlich senken und das Recycling verbessern sollen. Für Verbraucher werden die Auswirkungen schrittweise bis 2030 sichtbar – von kleineren Versandkartons bis zum Verschwinden vieler Einwegverpackungen.

Die Europäische Union verfolgt mit der Verordnung ein ehrgeiziges Ziel: Bis zum Jahr 2030 sollen nahezu alle Verpackungen in der EU recyclingfähig sein. Gleichzeitig soll die Menge des Verpackungsmülls deutlich sinken. Im Durchschnitt verursachte jeder EU-Bürger zuletzt rund 178 Kilogramm Verpackungsabfälle pro Jahr, in Deutschland waren es sogar knapp 215 Kilogramm.

Erste Regeln gelten bereits

Mit dem Inkrafttreten der Verordnung treten zunächst vor allem Vorgaben für Hersteller und Unternehmen in Kraft. So gelten künftig strengere Grenzwerte für sogenannte PFAS in Lebensmittelverpackungen. Diese künstlich hergestellten Chemikalien werden auch als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet, weil sie in der Umwelt kaum abgebaut werden. Einige Vertreter dieser Stoffgruppe stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein und unter anderem Krebs oder Leberschäden zu begünstigen.

Für Unternehmen ändern sich außerdem Dokumentations- und Informationspflichten rund um Herstellung, Kennzeichnung und Recycling von Verpackungen. Wirtschaftsverbände kritisieren allerdings die hohe Komplexität der neuen Vorschriften und sehen insbesondere kleinere Betriebe vor großen Herausforderungen.

Weniger Luft in Versandkartons

Spürbare Veränderungen wird es in den kommenden Jahren auch beim Online-Handel geben. Versandunternehmen dürfen Pakete künftig nicht mehr unnötig groß wählen. Der Leerraum innerhalb eines Pakets darf künftig höchstens noch 50 Prozent des Verpackungsvolumens ausmachen.

Damit will die EU verhindern, dass kleine Produkte in überdimensionierten Kartons verschickt werden. Die Maßnahme soll Material sparen und gleichzeitig Transportkosten sowie CO₂-Emissionen senken.

Diese Verpackungen verschwinden bis 2030

Besonders deutlich werden die neuen Regeln ab dem Jahr 2030. Dann werden zahlreiche Einwegverpackungen aus dem Alltag verschwinden. Geplant ist unter anderem das Aus für:

  • Einweg-Ketchup-, Senf- und Soßentütchen in Fast-Food-Restaurants,
  • Plastiknetze für Obst und Gemüse wie Zitronen oder Orangen,
  • Mini-Shampoo- und Duschgelflaschen in Hotels,
  • weitere unnötige Einwegverpackungen im Gastronomie- und Einzelhandelsbereich.

Die EU möchte dadurch insbesondere Verpackungen vermeiden, die nur wenige Minuten genutzt werden, aber jahrzehntelang als Abfall bestehen bleiben.

Mehr Recycling und Mehrweg

Neben Verboten setzt die Verordnung vor allem auf Wiederverwertung. Verpackungen sollen künftig einen deutlich höheren Anteil an recyceltem Material enthalten. Gleichzeitig sollen Mehrwegsysteme ausgebaut werden.

Besonders Glasverpackungen sollen künftig häufiger wiederverwendet werden. Verbraucher könnten künftig beispielsweise Mehrwegflaschen für Essig und Speiseöl sowie wiederverwendbare Glasbehälter für Konserven im Handel finden.

Pfandsysteme in ganz Europa

Eine weitere wichtige Neuerung betrifft Getränkeflaschen und Dosen. Bis spätestens 2029 müssen alle EU-Mitgliedstaaten Pfandsysteme für Einweggetränke aus Kunststoff und Metall einführen.

Damit wird das in Deutschland seit Jahren etablierte Pfandsystem europaweit zum Standard. Verbraucher werden die Änderungen insbesondere im Urlaub bemerken – etwa in Spanien, Italien oder Griechenland, wo künftig ebenfalls Pfand auf viele Getränkeverpackungen erhoben werden soll.

Fortsetzung der Anti-Plastik-Strategie

Die neue Verpackungsverordnung knüpft an frühere Maßnahmen der Europäischen Union an. Bereits in den vergangenen Jahren wurden Einweg-Plastikbesteck und Plastikstrohhalme verboten. Auch die fest mit der Flasche verbundenen Verschlüsse gehören zu dieser Strategie, den Plastikmüll dauerhaft zu reduzieren.

Mit der neuen Verordnung geht die EU nun den nächsten Schritt. Ziel ist nicht nur weniger Verpackungsmüll, sondern eine funktionierende Kreislaufwirtschaft, in der Materialien möglichst lange genutzt und wiederverwertet werden. Langfristig soll dies Ressourcen schonen, den Ausstoß von Treibhausgasen senken und einen wichtigen Beitrag zum europäischen Ziel der Klimaneutralität bis 2050 leisten.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Ecopart Meyn-West GmbH & Co. KG: Solide Bilanz mit hoher Eigenkapitalquote

Next Post

Forderung nach Hitzeschutz im Grundgesetz gewinnt an Bedeutung