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NABU startet Zecken-Meldeaktion: Bürger sollen Funde dokumentieren und einschicken

Erik_Karits (CC0), Pixabay

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat gemeinsam mit der Tierärztlichen Hochschule Hannover eine deutschlandweite Zecken-Meldeaktion gestartet. Ziel ist es, die Ausbreitung und das Vorkommen verschiedener Zeckenarten systematisch zu erfassen – insbesondere vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels. Die Bevölkerung ist aufgerufen, aktiv mitzuhelfen und Zeckenfunde zu dokumentieren.

Zecken melden – so funktioniert’s

Wer eine Zecke an sich selbst, an einer anderen Person oder am Haustier entdeckt, wird gebeten, das Tier vorsichtig zu entfernen, ein Foto davon zu machen und es auf der Website des NABU hochzuladen. Zusätzlich sollten Fundort, Datum und – wenn möglich – Informationen zum Umfeld angegeben werden (z. B. Wald, Wiese, Stadtgebiet). Diese Angaben helfen den Forschenden dabei, Verbreitungsmuster zu analysieren und regionale Unterschiede sichtbar zu machen.

Die Zecke muss nicht eingeschickt werden – das Foto und die Begleitinformationen reichen aus. Eine Anleitung zur sicheren Entfernung der Zecke sowie zur Teilnahme an der Aktion findet sich ebenfalls auf der NABU-Website.

Warum Zeckenmeldungen jetzt so wichtig sind

Zecken gelten als wichtige Indikatoren für klimatische Veränderungen. Durch mildere Winter und längere Vegetationsperioden breiten sich in Deutschland nicht nur heimische Arten weiter aus, sondern es kommen auch neue, ursprünglich südlichere Arten hinzu – wie die Hyalomma-Zecke oder die Auwaldzecke. Diese können teilweise gefährliche Krankheitserreger wie FSME- oder Bakterien aus der Gruppe der Rickettsien übertragen.

„Wir sehen bereits jetzt eine Verschiebung der Zecken-Saison und das Auftreten ungewöhnlicher Arten in Regionen, in denen sie bislang nicht heimisch waren“, erklärt ein Sprecher des NABU. Um diese Entwicklung wissenschaftlich begleiten und gesundheitlich einschätzen zu können, braucht es belastbare Daten aus möglichst vielen Regionen – und genau hier setzt die Beteiligung der Bevölkerung an.

Auch Tierhalterinnen und Tierhalter gefragt

Die Aktion richtet sich nicht nur an Spaziergänger und Naturliebhaber, sondern auch an Haustierbesitzer. Hunde, Katzen oder Pferde können ebenfalls Zecken tragen und liefern durch ihre Aufenthaltsorte wertvolle Hinweise auf deren regionale Verbreitung. Der NABU bittet daher auch Tierarztpraxen und Tierheime um Unterstützung, um möglichst viele Beobachtungen zusammenzuführen.

Ein Beitrag zum Natur- und Gesundheitsschutz

Mit der Meldeaktion sollen nicht nur biologische Erkenntnisse über Zecken gesammelt, sondern auch Schutzmaßnahmen verbessert werden – etwa durch gezielte Aufklärung in besonders betroffenen Regionen. Langfristig können solche Projekte dabei helfen, das Risiko für Mensch und Tier zu verringern, etwa durch frühzeitige Warnungen oder angepasste Impfempfehlungen.

Fazit

Die NABU-Aktion verbindet Bürgerforschung mit Umwelt- und Gesundheitsschutz. Jeder eingereichte Zeckenfund trägt dazu bei, besser zu verstehen, wie der Klimawandel unsere Ökosysteme beeinflusst – und welche Rolle Zecken dabei spielen. Die Daten kommen nicht nur der Forschung zugute, sondern auch dem öffentlichen Gesundheitswesen und der Präventionsarbeit.

Teilnehmen können alle – ob bei der Gartenarbeit, im Waldspaziergang oder beim Gassigehen mit dem Hund. Die gesammelten Daten fließen in eine umfangreiche wissenschaftliche Auswertung, die auch in kommenden Jahren fortgeführt werden soll.

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