Dark Mode Light Mode

Digitale Hilfe für den Tierschutz: Rehkitzrettung im Emsland mit neuer App unterstützt

mgnorrisphotos (CC0), Pixabay

Im niedersächsischen Emsland zeigt ein engagierter Verein, wie moderne Technik und Tierschutz erfolgreich Hand in Hand gehen können. Die „Tierrettung Emsland“ hat im Jahr 2024 rund 500 Rehkitze vor dem Mähtod gerettet – mithilfe von Drohnentechnologie und einer selbst entwickelten Einsatzplanungs-App. In der NDR-Sendung Hallo Niedersachsen wurde das Projekt am 13. Juni 2025 ausführlich vorgestellt.

Jedes Jahr sterben bundesweit tausende Rehkitze, weil sie sich bei Mäharbeiten instinktiv ducken, statt zu fliehen. Landmaschinen erkennen die Tiere im hohen Gras nicht – mit oft tödlichen Folgen. Um genau das zu verhindern, setzt der Verein im Emsland auf Frühaufklärung, digitale Koordination und moderne Technik.

Digitale Einsatzplanung mit eigens entwickelter App

Ein zentrales Element der neuen Strategie ist eine eigene Planungs-App, die der Verein mit regionalen Entwicklern speziell für die Rehkitzrettung entworfen hat. Die App erfasst relevante Felder, dokumentiert Meldezeiten und ermittelt anhand von Wetter- und Wachstumsdaten die optimalen Suchfenster. Gleichzeitig können Drohnenteams, Landwirte und Helfer ihre Einsätze besser abstimmen – alles in einer digitalen Oberfläche.

„Früher haben wir mit Telefonlisten und Papierplänen gearbeitet“, sagt ein Vereinsmitglied. „Mit der App sparen wir Zeit, verhindern Doppelarbeit und sind morgens in der entscheidenden Phase viel besser organisiert.“ Gerade bei kurzfristig angesetzten Mähterminen ist die Geschwindigkeit entscheidend, um Jungtiere noch rechtzeitig aus dem Gefahrenbereich zu bergen.

Drohnentechnik mit Wärmebildkamera

Die App funktioniert dabei im Zusammenspiel mit modernen Drohnen, die mit Wärmebildkameras ausgestattet sind. Sie erkennen die Körperwärme der Rehkitze selbst im dichten Gras. Die Drohnen werden meist in den frühen Morgenstunden eingesetzt, wenn der Temperaturunterschied zwischen Tier und Umgebung am größten ist. Gefundene Kitze werden vorsichtig eingesammelt, in mit Gras ausgelegten Kisten am Feldrand untergebracht und nach der Mahd wieder freigelassen.

Ehrenamtliches Engagement und regionale Zusammenarbeit

Das Projekt wäre ohne die tatkräftige Hilfe vieler ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer nicht denkbar. Vom Drohnenpiloten über Tierärzte bis hin zu Schülergruppen – der Verein arbeitet mit unterschiedlichsten Unterstützern zusammen. Auch Landwirte spielen eine wichtige Rolle: Sie melden ihre Mahdtermine frühzeitig und gestatten den Zugang zu ihren Flächen.

Die „Tierrettung Emsland“ versteht ihre Arbeit nicht nur als akute Tierrettung, sondern auch als Beitrag zum Dialog zwischen Landwirtschaft, Tierschutz und Digitalisierung. Die App wird deshalb laufend weiterentwickelt – mit dem Ziel, sie langfristig auch anderen Vereinen und Regionen zur Verfügung zu stellen.

Blick in die Zukunft

Langfristig soll das Projekt skalierbar werden. Denkbar sind Verknüpfungen mit Wetterdatenbanken, automatisierte Benachrichtigungen für Landwirte oder eine landesweite Vernetzung von Rettungsteams. Erste Anfragen anderer Bundesländer habe es bereits gegeben, so der Verein.

Fazit

Die Rehkitzrettung im Emsland zeigt, wie innovative Lösungen im Kleinen Großes bewirken können. Mit Herzblut, technischer Kompetenz und digitalem Know-how hat die „Tierrettung Emsland“ ein Modell geschaffen, das Vorbildcharakter für ganz Deutschland haben könnte – zum Schutz der Wildtiere und als Beispiel für erfolgreichen Tierschutz im digitalen Zeitalter.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Windpark Geilenkirchen-Lindern GmbH & Co. KG – Eigenkapital gestärkt, Liquidität nimmt ab

Next Post

Windpark SMP Betriebs GmbH: Neugründung mit Startbilanz – geringe Mittel, begrenzte Aussagekraft für Anleger