Die US-Armee wollte eigentlich stolz ihre Hightech-Kriegsmaschinerie zur 250-Jahr-Feier durch Washington rollen lassen – doch was aus dem Ruder lief, war weniger das Kettenfahrzeug als die öffentliche Kommunikation: In einem inzwischen gelöschten Video war zu sehen, wie ein 70-Tonnen-M1A2 Abrams-Panzer auf einen Zug verladen wurde. Auf dem Zug: Ein in großen Buchstaben gespraytes „Hang Fauci & Bill Gates“.
Der erste Reflex der Army?
Nicht etwa Entsetzen oder Ermittlung, sondern: „Ups, löschen wir lieber.“
Ein Sprecher erklärte lapidar, das Graffiti entspreche nicht den „Army-Werten“ – eine Feststellung, die vermutlich niemand bestreiten würde. Eine Untersuchung? Fehlanzeige. Schließlich geht es nur um einen öffentlichen Mordaufruf auf einem offiziellen Transportmittel des Verteidigungsministeriums. Wo kämen wir denn hin?
Der Kontext? Brandgefährlich.
Fauci und Gates sind bei Anhängern von Donald Trump zum Feindbild geworden. Fauci, Ex-COVID-Chef, erhielt bereits während der Pandemie Morddrohungen im Stundentakt. Gates wird seit Jahren in Telegram-Gruppen verdächtigt, per Impfung Microchips zu implantieren – und das, obwohl er der einzige Mensch der Welt ist, der freiwillig mit Clippy zusammengearbeitet hat.
Die Parade? Aufmunitioniert mit Symbolik.
28 Panzer, dutzende weitere Kriegsfahrzeuge und rund 7.000 Soldaten marschieren am 14. Juni durch Washington – exakt an Trumps Geburtstag. Ein Schelm, wer Bananenrepubliken dabei denkt. Der Kostenpunkt liegt bei schlanken 40 Millionen Dollar, was ungefähr dem entspricht, was man braucht, um eine Großstadt für eine Stunde in Frieden zu halten.
Und was sagt Bürgermeisterin Bowser?
Sie macht sich Sorgen um die Straßen. Washington müsse möglicherweise „repariert werden“ – sowohl aus Beton als auch aus gesundem Menschenverstand.
Fazit:
Ein Graffiti als Symptom einer toxischen Polit-Kultur, eine Parade mit fragwürdiger Symbolik und eine Armee, die lieber löscht als erklärt. Willkommen in den Vereinigten Staaten von Paranoia.