Der legendäre Musiker Sly Stone, Frontmann der revolutionären Band Sly and the Family Stone, ist im Alter von 82 Jahren verstorben. Wie seine Familie am 9. Juni 2025 mitteilte, starb er „friedlich im Kreise seiner Kinder, seines besten Freundes und seiner Familie“, nach langer Krankheit mit COPD und anderen gesundheitlichen Problemen.
Stone, bürgerlich Sylvester Stewart, war ein musikalischer Visionär, der mit seiner multikulturellen, gemischtgeschlechtlichen Band in den 1960er und 70er Jahren Pop, Funk und Rock neu definierte. Seine Songs wie „Everyday People“, „Stand!“, „Family Affair“ und „Thank You (Falettinme Be Mice Elf Agin)“ sind bis heute Meilensteine der Musikgeschichte.
Vom DJ zum Funk-Revolutionär
Geboren 1943 in Texas, aufgewachsen im kalifornischen Vallejo, begann Stone als Produzent und Radiomoderator, bevor er 1966 mit seinem Bruder Freddie die Band gründete. Sie prägte die Hippie-Ära musikalisch mit und trat u.a. bei Woodstock und dem Summer of Soul auf.
Ikone mit tragischer Biografie
Trotz seines musikalischen Einflusses geriet Stone später in Vergessenheit – geplagt von Drogenproblemen, psychischer Belastung, einem Rechtsstreit um Tantiemen und zeitweiser Obdachlosigkeit. In den 2000er Jahren lebte er Berichten zufolge sogar in einem Van in Los Angeles. Sein letzter großer Auftritt war 2006 bei den Grammys, wo er mit blonder Irokesenfrisur für Gänsehaut sorgte.
Letztes Kapitel
2023 veröffentlichte er seine Autobiografie – poetisch, bruchstückhaft, ein Spiegel eines Lebens voller Musik, Rausch und Rückzug. 2025 erschien zudem die Dokumentation „Sly Lives!“, produziert von Questlove, die Stone posthum neue Aufmerksamkeit verschaffte.
Ein bleibendes Erbe
Sly Stone hat die Musikszene nicht nur bereichert, sondern verändert. Er bewies, dass Diversität auf der Bühne nicht nur möglich, sondern kraftvoll ist. Seine Familie würdigt ihn als „bahnbrechenden Innovator“ und „monumentale Figur der Musikgeschichte“.