Ein Segelboot mit Hilfsgütern für den Gazastreifen, auf dem sich auch die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg befindet, ist von der israelischen Marine gestoppt worden. Das Schiff mit dem Namen Madleen war Teil einer Hilfsmission, die nach eigenen Angaben Babynahrung, Hygieneartikel und medizinische Prothesen in das von Krieg und humanitärer Krise erschütterte Palästinensergebiet bringen wollte.
Nach Angaben des israelischen Außenministeriums wurde das Boot auf hoher See abgefangen und zu einem Hafen umgeleitet. Die Madleen liegt inzwischen vor Anker, die Besatzung und Aktivisten – darunter neben Thunberg auch Mitglieder der Freedom Flotilla Coalition – sollen laut israelischer Seite in ihre Heimatländer zurückgeführt werden.
Israel verweist auf „echte Hilfskanäle“
Die israelische Regierung begründete den Stopp des Schiffes mit der geltenden Seeblockade des Gazastreifens. Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, Israel werde „niemandem erlauben, die maritime Blockade zu durchbrechen“. Die mitgeführten Hilfsgüter sollen stattdessen über offizielle Verteilerwege in das Gebiet gelangen.
Aktivisten: „Wir lassen uns nicht abschrecken“
Die Organisatoren der Hilfsfahrt kritisierten das Vorgehen Israels scharf. In einer Stellungnahme der Freedom Flotilla Coalition heißt es: „Wir werden wieder segeln. Wir lassen uns nicht abschrecken. Unser Ziel bleibt: das Ende der Blockade und ein freies Palästina.“ Greta Thunberg selbst sprach in einem Video von Bord der Madleen von einem „friedlichen, humanitären Einsatz“, der zeigen solle, „dass die Welt hinsieht“.
Internationale Reaktionen
Internationale Menschenrechtsorganisationen äußerten sich besorgt über das Vorgehen. Amnesty International forderte die vollständige Prüfung der Hilfsgüter unter internationaler Aufsicht, statt pauschaler Abweisungen. Das UN-Büro für humanitäre Hilfe (OCHA) rief alle Seiten zur Deeskalation auf und betonte die dramatische Lage der Zivilbevölkerung im Gazastreifen.
Ob weitere Hilfsfahrten folgen, ist derzeit unklar – die Aktivisten zeigen sich jedoch entschlossen, ihren Einsatz fortzusetzen. Die politische Dimension dieser Hilfsmission dürfte damit nicht enden.