Der Grünen-Bundestagsabgeordnete und Mediziner Janosch Dahmen fordert eine deutliche Verschärfung der gesundheitspolitischen Prävention in Deutschland. Insbesondere der Konsum von Alkohol, Tabak und zuckerhaltigen Lebensmitteln müsse stärker reguliert werden, um Gesundheitsschäden vorzubeugen und das Gesundheitssystem langfristig zu entlasten.
„Wer wirkungsvolle Prävention ernst meint, darf nicht länger bei Yoga-Kursen oder Meditations-Apps stehen bleiben“, erklärte Dahmen. Es sei höchste Zeit, politische Verantwortung zu übernehmen und mutige Schritte gegen vermeidbare Erkrankungen zu setzen. Dahmen plädierte insbesondere für konsequente Werbebeschränkungen für gesundheitsschädliche Produkte – ähnlich streng wie es sie bereits in anderen europäischen Ländern gebe.
Der Arzt kritisiert, dass in Deutschland häufig symbolische Präventionsmaßnahmen im Vordergrund stünden, während echte strukturelle Veränderungen ausblieben. Werbung für Alkohol oder Tabak etwa sei nach wie vor omnipräsent – auch im Umfeld junger Menschen. „Wir wissen, dass frühe Gewöhnung das Risiko chronischer Erkrankungen massiv erhöht. Und trotzdem tun wir zu wenig, um Kinder und Jugendliche zu schützen“, so Dahmen.
Der Grünen-Politiker sieht in präventiven Maßnahmen nicht nur ein Instrument der Gesundheitsförderung, sondern auch ein wirtschaftlich notwendiges Mittel: „Wenn wir das Gesundheitswesen bezahlbar halten wollen, müssen wir bei den Ursachen von Krankheiten ansetzen, nicht erst bei der Behandlung.“
Dahmens Vorstoß dürfte in der laufenden Debatte über die Neuausrichtung der Gesundheitsvorsorge neue Dynamik bringen. Forderungen nach Zuckersteuern, strengeren Regeln für Tabakwerbung oder ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum stoßen jedoch regelmäßig auf Widerstand – nicht zuletzt aus der Industrie und Teilen der Politik.