Nach dem Angriff auf eine pro-israelische Demonstration in Boulder, Colorado, hat die US-Regierung unter Präsident Trump nicht nur Anklage gegen den Tatverdächtigen Mohamed Sabry Soliman erhoben, sondern auch dessen Ehefrau und fünf Kinder in Abschiebehaft genommen. Ihnen droht die sofortige Deportation – womöglich noch am Dienstagabend, wie das Weiße Haus mitteilte.
Der 45-jährige Soliman, ein gebürtiger Ägypter mit abgelaufenem Touristenvisum, hatte laut Polizei versucht, Teilnehmer der wöchentlichen Demonstration „Run for Their Lives“ mit Molotowcocktails zu attackieren. Zwölf Personen im Alter von 52 bis 88 Jahren wurden teils schwer verletzt. Soliman habe „Free Palestine“ gerufen, bevor er zwei der insgesamt 18 mitgebrachten Brandsätze warf. Er sei, laut eigener Aussage, „zu ängstlich gewesen“, um den Anschlag vollständig durchzuführen.
Die Bundesanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord und ein Hassverbrechen vor. Ihm droht lebenslange Haft. Er soll die Tat über ein Jahr lang geplant haben und absichtlich den Zeitpunkt nach dem Schulabschluss seiner Tochter Habiba gewählt haben, die kürzlich mit Bestnoten die High School abschloss.
Familie kooperiert, droht dennoch Ausweisung
Obwohl Solimans Familie laut FBI kooperativ war und keine Kenntnis von der Tat gehabt haben soll, wurde sie von der US-Einwanderungsbehörde ICE festgenommen. Innenministerin Kristi Noem erklärte, es werde untersucht, ob Angehörige von Solimans Plan wussten oder ihn unterstützt haben. Präsident Trump selbst sprach in einem Social-Media-Beitrag von „illegalen, anti-amerikanischen Radikalen“, die umgehend des Landes verwiesen werden müssten.
Politisches Signal aus dem Weißen Haus
Die Trump-Administration macht deutlich, dass sie künftig nicht nur Täter, sondern auch deren Angehörige und Umfeld zur Rechenschaft ziehen will, sollten Verbindungen zu terroristischen Aktivitäten bestehen. Außenminister Marco Rubio sagte: „Wer Terror unterstützt – direkt oder indirekt – hat keinen Platz in den Vereinigten Staaten.“
Hintergründe: Demonstration für israelische Geiseln
Die angegriffene Gruppe „Run for Their Lives“ setzt sich weltweit mit wöchentlichen Läufen für die Freilassung von Geiseln ein, die seit dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 in Gaza festgehalten werden. Die Organisation betont ihre Unabhängigkeit von politischen Positionierungen und möchte ausschließlich auf das Leid unschuldiger Zivilisten aufmerksam machen.
Ausblick
Soliman bleibt in Untersuchungshaft, seine Kaution wurde auf 10 Millionen Dollar festgesetzt. Der nächste Gerichtstermin ist für Donnerstag angesetzt. Die Anklage könnte um weitere Bundes- oder Bundesstaaten-Vergehen ergänzt werden. Unterdessen kündigte die jüdische Gemeinde in Boulder eine Mahnwache und angepasste Veranstaltungen zum Gedenken an die Opfer an.