In Honduras, einem Land, in dem frittierte Speisen allgegenwärtig sind, hat der 27-jährige Hugo Daniel Chávez eine clevere Lösung für ein Umweltproblem gefunden: Zusammen mit der NGO Sustenta Honduras verwandelt er gebrauchtes Speiseöl in Seife und Hundefutter.
Frittieröl, das zu oft wiederverwendet wird, kann schädliche Substanzen entwickeln und landet häufig unsachgemäß im Abfluss oder in der Natur – mit drastischen Folgen für Umwelt und Gesundheit. Die NGO kauft das gebrauchte Öl von Restaurants und Supermärkten wie Walmart auf und verarbeitet es in Comayagua weiter. Aus dem Öl entsteht durch den Prozess der Verseifung umweltfreundliche Seife – ein begehrtes Produkt auf dem lokalen Markt.
Sustenta bietet bis zu 3,50 Lempiras pro Pfund Öl, motiviert Unternehmen zur ordentlichen Entsorgung und fördert gleichzeitig grüne Arbeitsplätze. Die Organisation wurde 2023 mit dem internationalen Youth4Climate Energy Challenge-Preis ausgezeichnet und erhält Unterstützung durch die niederländische Botschaft.
Die Seife kostet 15 Lempiras (ca. 45 Cent) pro Stück und erzielt monatlich über 100.000 Lempiras Umsatz – ohne die Fixkosten. Doch es geht nicht nur ums Geld: Sustenta versteht sich als Motor für Kreislaufwirtschaft und will zeigen, wie Umweltschutz praktisch umsetzbar ist. Auch Rinderfett aus Schlachthöfen wird verarbeitet – alles Teil des Ansatzes, Abfall in neue Produkte zu verwandeln.
„Wir sind jung und haben genug vom Abwarten“, sagt Direktor Ricardo Pineda. Statt Konfrontation setzt das junge Team (Durchschnittsalter 23) auf konkrete Lösungen und Zusammenarbeit mit großen Akteuren. Und so macht ein Stück Seife aus Altöl Hoffnung auf ein saubereres, nachhaltigeres Honduras.