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Fußball und Premium-TV in Großbritannien in großem Stil illegal gestreamt

souandresantana (CC0), Pixabay

Ein neuer Bericht von Enders Analysis warnt vor einer Piraterie von Live-Sportinhalten im „industriellen Maßstab“ – und erhebt schwere Vorwürfe gegen große Tech-Konzerne wie Amazon, Google, Meta und Microsoft. Ihnen wird Untätigkeit und Gleichgültigkeit gegenüber einem Problem vorgeworfen, das Sendern massive Einnahmeverluste beschert und Nutzer Cyberkriminalität aussetzt.

🎯 Fokus: Live-Sport – vor allem Fußball

Im Zentrum der illegalen Streams steht laut Bericht insbesondere Live-Fußball, etwa Spiele der englischen Premier League. Der globale Marktwert von Sportübertragungsrechten liegt inzwischen bei über 60 Milliarden US-Dollar, was sich durch steigende Abo-Preise für legale Angebote auch auf die Verbraucher auswirkt. Viele Fans suchen daher nach kostenlosen, illegalen Alternativen – oft über Streaming-Geräte wie den Amazon Fire Stick.

🔥 Amazon Fire Stick als „Piraterie-Ermöglicher“

Laut Enders nutzen viele Menschen den Fire Stick, um illegale Streams zu empfangen. 59 % der britischen Nutzer, die im ersten Quartal 2024 angaben, auf illegale Inhalte zugegriffen zu haben, nutzten laut Sky-Daten ein Amazon-Gerät. Der Bericht bezeichnet den Fire Stick als „Treiber von Piraterie in Milliardenhöhe“.

Zahlreiche modifizierte Geräte werden auf Plattformen wie Facebook oder WhatsApp verkauft. Allein in Liverpool wurden mehrere Männer wegen des Verkaufs manipulierter Fire Sticks verurteilt.

Amazon reagierte auf die Vorwürfe und erklärte, man arbeite aktiv daran, Piraterie zu bekämpfen, und habe technische Schutzmaßnahmen in den Geräten verbessert.

🛑 Gefahr für Nutzer: Cyberkriminalität

Laut dem Bericht setzen sich Zuschauer illegaler Streams erhöhten Risiken aus: Sie geben oft Zahlungsdaten oder E-Mail-Adressen preis und werden dadurch anfällig für Malware und Phishing-Angriffe.

Einige Fans argumentieren, dass niedrigere Preise für legale Angebote ein wirksames Mittel gegen Piraterie wären.

🧱 Kritik an Meta, Google und Microsoft

Während Meta wegen der Verbreitung illegaler Stream-Werbung auf Facebook kritisiert wird, stehen Google und Microsoft wegen ihrer veralteten DRM-Technologien (Digital Rights Management) unter Beschuss.

Die DRM-Systeme Widevine (Google) und PlayReady (Microsoft) sollen unzureichend gepflegt sein und gelten als nicht mehr sicher. Dies ermögliche den Diebstahl hochwertiger Inhalte in großem Stil, so die Autoren. Sie fordern einen kompletten technischen Neustart des DRM-Systems – inklusive Lizenzierung und Support.

Google erklärte, man nehme Urheberrechtsschutz ernst und arbeite laufend an Verbesserungen. Microsoft äußerte sich nicht.

📉 Auswirkungen auf die Branche

Die illegale Verbreitung hochwertiger Inhalte, vor allem von Live-Sport, führt laut Sky und anderen Rechteinhabern zu einer wirtschaftlichen Krise in der Medienbranche. Sky ruft zu entschiedenen Maßnahmen von Politik und Plattformbetreibern auf, um die Kreativwirtschaft zu schützen.

Fazit:

Die Piraterie von Premium-TV – vor allem Fußball – nimmt immer größere Ausmaße an, auch durch technische Versäumnisse großer Tech-Unternehmen. Während sich illegale Angebote weiter professionalisieren, geraten Rechteinhaber, legale Anbieter und Zuschauer in eine gefährliche Lage. Der Bericht fordert mehr Engagement von Plattformen, Technologieanbietern und Regierungen, um die „Piraterie im industriellen Maßstab“ einzudämmen.

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