Die Sparkasse Hannover hat offenbar Konten des ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder für Zahlungen aus Russland gesperrt. Das berichtet die Bild-Zeitung unter Berufung auf nicht näher benannte Insiderinformationen. Hintergrund seien demnach Geldflüsse im Zusammenhang mit Schröders Tätigkeit für russische Energiekonzerne, insbesondere der Nord Stream 2 AG, bei der Schröder als Verwaltungsratschef fungiert. Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft des staatlich kontrollierten russischen Gaskonzerns Gazprom.
Laut dem Bericht soll Schröder in der Vergangenheit mehrere hunderttausend Euro jährlich über Konten bei der Sparkasse Hannover erhalten haben. Damit sei jedoch seit einigen Monaten Schluss, heißt es weiter. Die Sparkasse habe offenbar Zahlungseingänge aus Russland blockiert, um möglichen Verstößen gegen internationale Sanktionen – insbesondere aus den USA – vorzubeugen.
Offiziell bestätigt hat die Sparkasse den Schritt bislang nicht. Aus Kreisen der Bank heißt es lediglich, man äußere sich grundsätzlich nicht zu Kundenbeziehungen. Auch Schröder selbst oder sein Umfeld haben sich bislang nicht öffentlich zu dem Vorgang geäußert.
Der Schritt der Bank könnte jedoch Signalwirkung haben. Schröders enge Verbindungen zu russischen Energieunternehmen, darunter Rosneft und Gazprom, stehen seit dem russischen Angriff auf die Ukraine massiv in der Kritik. Zwar hatte Schröder einige seiner Ämter inzwischen niedergelegt, seine Funktion im Verwaltungsrat von Nord Stream 2 hatte er jedoch zunächst beibehalten.
Der Fall wirft auch juristische Fragen auf: Zwar gelten EU-Sanktionen gegen bestimmte russische Firmen und Einzelpersonen, jedoch ist bislang unklar, ob Schröders Zahlungen explizit betroffen wären. Die Sparkasse dürfte den Schritt daher aus Vorsichtsgründen und im Hinblick auf mögliche sekundäre US-Sanktionen vorgenommen haben.
Fazit:
Die Sperrung von Schröders Konten für Zahlungen aus Russland durch die Sparkasse Hannover zeigt, wie stark geopolitische Spannungen mittlerweile in den privaten Finanzbereich hineinwirken. Für den Altkanzler bedeutet dies nicht nur finanzielle Einschränkungen, sondern auch weiteren Reputationsdruck – in einem politischen Umfeld, das zunehmend kritisch auf alte Netzwerke mit Russland blickt.