Während Millionen Menschen in der Pandemie um Gesundheit, Existenz und Sicherheit bangten, sollen zwei Betreiber von Corona-Testzentren die Lage für eigene Zwecke ausgenutzt haben. Die Staatsanwaltschaft Leipzig ermittelt wegen gewerbsmäßigen Betrugs – und der Verdacht wiegt schwer.
Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft sollen die Beschuldigten über einen Zeitraum von fünf Monaten Testabrechnungen in großem Stil manipuliert und dadurch erhebliche Summen unrechtmäßig kassiert haben. Wie hoch der genaue Schaden ist, steht noch nicht fest – fest steht jedoch: Es geht um dreistellige Beträge in Millionenhöhe.
Im Rahmen der Ermittlungen wurden bereits Ende April im thüringischen Altenburger Land umfangreiche Vermögenswerte gesichert. Darunter: Luxusautos, Bargeld sowie Bankkonten und Wertpapierdepots – insgesamt im Wert von rund 840.000 Euro. Die Maßnahmen dienen der vorläufigen Sicherung möglicher Rückzahlungen und Strafzahlungen.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf eine Schattenseite der Pandemie: die kriminellen Schlupflöcher, die im Zuge der schnell aufgebauten Testinfrastruktur entstanden sind. Die Ermittlungen dauern an – doch schon jetzt ist klar: Hier soll nicht nur gegen Regeln verstoßen worden sein, sondern auch gegen das Vertrauen einer ganzen Gesellschaft.