Mit der feierlichen Eröffnung durch Bundesfamilienministerin Karin Prien hat heute die bundesweite Aktionswoche gegen Einsamkeit begonnen. Ziel der Initiative ist es, das Bewusstsein für Einsamkeit als gesellschaftliche Herausforderung zu schärfen – und Wege aufzuzeigen, wie Betroffene besser unterstützt werden können.
Die Bedeutung des Themas zeigt eine aktuelle Erhebung der Techniker Krankenkasse: Demnach fühlen sich 58 Prozent der Menschen in Deutschland zumindest zeitweise einsam – quer durch alle Altersgruppen. Besonders alarmierend sind jedoch die Erkenntnisse aus einer neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung, die sich auf die Altersgruppe der 16- bis 30-Jährigen konzentriert.
Laut dieser Untersuchung fühlt sich jeder zehnte junge Mensch in Deutschland einsam und politisch übergangen. Die Studienautor:innen warnen, dass dieses Gefühl der sozialen Isolation das Vertrauen in politische Institutionen und demokratische Prozesse gefährden kann.
Fokus auf Kinder und Jugendliche
Ministerin Prien kündigte an, die Forschung zu Einsamkeit bei Kindern und Jugendlichen verstärken zu wollen. Gerade junge Menschen bräuchten mehr Räume, in denen sie sich austauschen, gehört und eingebunden fühlen könnten – sowohl in der Schule als auch im digitalen Raum.
Die Aktionswoche wird von zahlreichen Veranstaltungen, Dialogformaten und Mitmachaktionen begleitet, organisiert von Verbänden, Kommunen, Vereinen und zivilgesellschaftlichen Initiativen. Im Zentrum stehen Prävention, Begegnung und Aufklärung – etwa durch Nachbarschaftsprojekte, digitale Gesprächsrunden oder Angebote in Jugendzentren.
Mit der Aktionswoche wolle man, so Prien, „das Schweigen brechen“ und Einsamkeit als ernstzunehmende soziale und gesundheitliche Herausforderung sichtbar machen – nicht nur bei älteren Menschen, sondern in der gesamten Gesellschaft.