Die Nachfrage nach Unterstützung beim bundesweiten Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ hat 2024 einen historischen Höchststand erreicht. Laut dem aktuellen Jahresbericht des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben wurde das Hilfetelefon 61.235 Mal zur Beratung kontaktiert – so viele Anfragen wie noch nie seit dem Start des Angebots im Jahr 2013.
Damals lag die Zahl der Beratungen bei rund 18.800 – die aktuelle Zahl bedeutet eine Verdreifachung innerhalb von elf Jahren. Besonders auffällig ist: Häusliche Gewalt und sexualisierte Übergriffe stellen nach wie vor den größten Anteil der Anfragen dar.
Niedrigschwelliger Zugang besonders wichtig
Das Hilfetelefon bietet rund um die Uhr anonyme und kostenlose Unterstützung per Telefon, Online-Chat oder E-Mail – in mehreren Sprachen. Die große Nachfrage zeige, wie wichtig niedrigschwellige, vertrauliche Angebote für Betroffene seien, betonte das Bundesamt.
Die Verantwortlichen betonten auch, dass der steigende Bedarf nicht nur eine höhere Gewaltbereitschaft widerspiegle, sondern auch ein wachsendes Vertrauen in das Angebot und eine größere gesellschaftliche Sensibilität für das Thema.
Politik sieht Handlungsbedarf
Fachleute und Politikerinnen sehen in den Zahlen einen deutlichen Hinweis darauf, dass der Schutz von Frauen vor Gewalt weiter gestärkt werden muss – etwa durch mehr Frauenhausplätze, Präventionsarbeit und ein besseres Hilfesystem in ländlichen Regionen.
Das Hilfetelefon ist unter der Nummer 08000 116 016 jederzeit erreichbar – kostenfrei, anonym und barrierefrei. Auch Angehörige, Freunde oder Fachkräfte können sich beraten lassen.