München – Die Zahl der Ermittlungsverfahren wegen illegalen Glücksspiels hat in Bayern ein Rekordniveau erreicht. Wie aus einer Antwort der Staatsregierung auf eine Landtagsanfrage der Grünen hervorgeht, wurden im vergangenen Jahr knapp 1.200 Verfahren eingeleitet – mehr als eineinhalbmal so viele wie im Vorjahr. Im Vergleich zum Jahr 2018 mit lediglich 77 Verfahren ist das ein dramatischer Anstieg.
Die Grünen im Bayerischen Landtag sehen dringenden Handlungsbedarf. Sie fordern eine verstärkte personelle Ausstattung der Ermittlungsbehörden, mehr Präventions- und Aufklärungsarbeit, insbesondere bei Jugendlichen, sowie eine engere Kooperation zwischen Polizei, Ordnungsämtern und Justiz.
„Der explosionsartige Anstieg zeigt, dass illegales Glücksspiel längst kein Randphänomen mehr ist, sondern ein ernsthaftes gesellschaftliches Problem darstellt“, erklärte ein Sprecher der Grünen. Neben finanziellen Risiken für die Spieler berge es auch Gefahren wie Suchtentwicklung, Geldwäsche und die Stärkung organisierter Kriminalität.
Die Staatsregierung äußerte sich bislang nicht zu konkreten Gegenmaßnahmen, betonte jedoch, dass die Lage beobachtet werde. Klar ist: Illegales Glücksspiel boomt – und Bayern steht unter Handlungsdruck.