Aktenzeichen: 46 IN 27/25 – Amtsgericht Lüneburg
Reppenstedt, 23. Mai 2025 – Die GET Dienstleistungen GmbH mit Sitz in der Mozartstraße 2, 21391 Reppenstedt, sieht sich derzeit mit gravierenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten konfrontiert. Infolge eines Insolvenzantrags wurde heute um 10:30 Uhr durch das Amtsgericht Lüneburg die vorläufige Verwaltung des Unternehmensvermögens angeordnet – ein deutlicher Schritt zur Absicherung des verbliebenen Vermögens bis zur endgültigen Entscheidung über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens.
Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Lüneburg unter der Nummer HRB 211804 eingetragen und wird von Geschäftsführer Christopher Pudelko vertreten. Ziel der nun eingeleiteten Maßnahme ist es, unkontrollierte Vermögensverschiebungen zu verhindern und gleichzeitig Raum für eine ordnungsgemäße Prüfung der Unternehmenslage zu schaffen.
Rechtsanwalt Boris Freiherr von dem Bussche als Insolvenzverwalter eingesetzt
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der erfahrene Sanierungsexperte Rechtsanwalt Boris Frhr. von dem Bussche bestellt. Er ist Teil der Kanzlei BSB Bussche – Sahin – Bülow mit Sitz in der Lange Straße 25, 29451 Dannenberg (Elbe). Seine Aufgabe ist es, das Vermögen der Antragsgegnerin zu sichern und zu überwachen. In dieser Rolle darf er der Geschäftsführung bestimmte Verfügungen untersagen oder genehmigen und übernimmt die zentrale Kontrolle über den Zahlungsverkehr.
Verfügungen der GET Dienstleistungen GmbH über ihre Vermögenswerte – etwa Bankkonten, offene Forderungen oder Betriebsvermögen – sind ab sofort nur noch mit seiner ausdrücklichen Zustimmung gültig. Zudem wurden sämtliche Schuldner der Gesellschaft aufgefordert, nur noch unter Beachtung dieser Anordnung zu leisten (§ 23 Abs. 1 Satz 3 InsO), also ausschließlich Zahlungen an den vorläufigen Insolvenzverwalter zu richten.
Ziel: Prüfung der wirtschaftlichen Lage
Die vorläufige Insolvenzverwaltung ist keine Insolvenz im klassischen Sinne, sondern eine Schutzmaßnahme. Innerhalb dieses Verfahrens prüft der vorläufige Verwalter unter anderem, ob das Vermögen der Schuldnerin ausreicht, um die Verfahrenskosten zu decken, und ob die Voraussetzungen für die Eröffnung des eigentlichen Insolvenzverfahrens vorliegen. Parallel wird geklärt, ob gegebenenfalls eine Sanierung möglich ist.
Möglichkeiten zur Anfechtung
Die GET Dienstleistungen GmbH kann den gerichtlichen Beschluss innerhalb einer Notfrist von zwei Wochen mit einer sofortigen Beschwerde anfechten. Ebenso steht dieses Recht jedem Gläubiger zu, der etwa die internationale Zuständigkeit nach Art. 5 Abs. 1 der EU-Verordnung 2015/848 in Frage stellen möchte. Maßgeblich für den Fristbeginn ist die Zustellung der Entscheidung oder deren öffentliche Bekanntmachung.
Ausblick
Mit der Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung beginnt ein kritischer Abschnitt für die GET Dienstleistungen GmbH. Ob der Dienstleister seinen Geschäftsbetrieb fortsetzen, sich neu aufstellen oder am Ende liquidiert wird, hängt nun maßgeblich von der Einschätzung des vorläufigen Insolvenzverwalters und den finanziellen Grundlagen der Gesellschaft ab. Für Mitarbeitende, Kunden und Gläubiger ist die Situation ungewiss – zugleich bietet sie aber die Chance auf einen Neuanfang unter professioneller Aufsicht.