Im Nachgang zum Messerangriff am Hamburger Hauptbahnhof mit 18 Verletzten fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) eine Ausweitung der Sicherheitsmaßnahmen an Bahnhöfen – insbesondere durch den flächendeckenden Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Kameratechnik. Ziel sei es, gefährliches oder auffälliges Verhalten frühzeitig zu erkennen und dadurch Gewalttaten zu verhindern.
Nach Angaben der Polizei hatte eine 39-jährige Frau am Freitagabend auf einem Bahnsteig wahllos auf Passanten eingestochen. Sie wurde noch am Tatort festgenommen. Vier der 18 Opfer befinden sich in Lebensgefahr. Hinweise deuten darauf hin, dass sich die Angreiferin in einem psychischen Ausnahmezustand befand.
Die Gewerkschaft sieht angesichts solcher Vorfälle Handlungsbedarf: Die Bundespolizei solle mit modernen Überwachungssystemen ausgestattet werden, um in stark frequentierten Bereichen wie Bahnhöfen schneller eingreifen zu können. Systeme mit KI-Unterstützung könnten automatisiert ungewöhnliche Verhaltensmuster erkennen und Sicherheitskräfte alarmieren.
Die Forderung stößt jedoch auch auf datenschutzrechtliche Bedenken. Während Sicherheitsbehörden auf das präventive Potenzial der Technologie verweisen, mahnen Datenschützer zur Vorsicht und fordern klare gesetzliche Regelungen zum Einsatz und zur Auswertung der Videodaten.
Die Diskussion über technologische Aufrüstung im öffentlichen Raum dürfte durch die Ereignisse am Hamburger Hauptbahnhof weiter an Dynamik gewinnen. Politik, Sicherheitsbehörden und Datenschutzorganisationen stehen nun vor der Aufgabe, einen Ausgleich zwischen Sicherheit und Grundrechten zu finden.