Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Sachsen hat die jüngsten Vorstöße von Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) deutlich kritisiert. Priens Vorschläge – unter anderem ein Handyverbot an Grundschulen und verpflichtende Sprachtests für Vierjährige – stoßen bei der GEW auf Skepsis bis Ablehnung.
Burkhard Naumann, GEW-Landeschef in Sachsen, sieht darin vor allem Aktionismus statt Substanz. Im Gespräch mit dem MDR erklärte er: „Was wir brauchen, ist keine neue Bürokratie, sondern eine echte Auseinandersetzung mit den strukturellen Problemen im Bildungssystem.“ Dazu zählten vor allem:
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der akute Lehrkräftemangel,
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die unzureichende digitale Ausstattung vieler Schulen,
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sowie ein veralteter Lehrplan, der kaum noch zu heutigen Lebensrealitäten passe.
Naumann äußerte zudem Zweifel an der praktischen Umsetzbarkeit der Sprachtests: Wer solle sie durchführen? Nach welchen Kriterien? Und was passiere mit den Ergebnissen? Solche Fragen seien bisher unbeantwortet. Viel wichtiger sei es, die frühkindliche Bildung insgesamt zu stärken – etwa durch mehr Fachkräfte in Kitas, bessere Förderung in der Grundschule und verlässliche personelle Ressourcen.
Bildungspolitik braucht mehr als Schlagzeilen
Die GEW warnt davor, Bildungspolitik auf symbolische Maßnahmen zu reduzieren. Ein Handyverbot mag öffentlichkeitswirksam sein – löse aber keine Unterrichtsausfälle, keine übervollen Klassen und keine fehlende individuelle Förderung.
Fazit: Die GEW Sachsen fordert statt neuer Vorschriften mehr Investitionen in Personal, Ausstattung und pädagogische Konzepte. Bildungsministerin Prien steht damit früh in ihrer Amtszeit vor der Frage: Will sie echte Reformen – oder schnelle Überschriften?