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Erneuter Warnstreik legt Busverkehr in Niedersachsen lahm – ver.di erhöht Druck im Tarifstreit

wewahn (CC0), Pixabay

Pendler in Niedersachsen müssen sich erneut auf massive Einschränkungen im Nahverkehr einstellen: Die Gewerkschaft ver.di hat für heute und Mittwoch (21. Mai) zu Warnstreiks im Busverkehr aufgerufen. Betroffen sind zahlreiche Regionen und Verkehrsbetriebe, insgesamt sollen rund 2.500 Busfahrerinnen und Busfahrer die Arbeit niederlegen.

Diese Betriebe sind vom Warnstreik betroffen:

  • KVG Braunschweig (u.a. Salzgitter, Wolfenbüttel, Helmstedt)

  • KVG Stade (u.a. Stade, Buxtehude, Cuxhaven, Hittfeld, Lüneburg, Soltau)

  • Nutzfahrzeuge Nordhorn

  • Omnibusbetriebe Ahrendtschild Zeven

  • Regionalverkehr Hildesheim

  • Verkehrsbetriebe Grafschaft Hoya

  • Öffis Hameln-Pyrmont GmbH

  • Verdener Verkehrsgesellschaft

Hintergrund: Unzufriedenheit im Tarifkonflikt

Der Warnstreik ist Teil eines anhaltenden Tarifstreits zwischen ver.di und dem Arbeitgeberverband Nahverkehr Niedersachsen (AVN). Die Gewerkschaft kritisiert, dass es auch in der dritten Verhandlungsrunde Anfang Mai kein aus ihrer Sicht tragfähiges Angebot gegeben habe. Ver.di-Verhandlungsführer Heiko Groppe bezeichnete das Verhalten der Arbeitgeberseite als „völlig unzureichend“.

Ein zentrales Anliegen von ver.di ist die Angleichung der Löhne an das Niveau des Tarifvertrags Nahverkehr (TV-N). Laut ver.di verdienen Beschäftigte beim AVN bis zu 3,30 Euro pro Stunde weniger – besonders im Fahrdienst eine erhebliche Lücke.

Weitere Streikaktionen und Demonstrationen

Begleitend zum Warnstreik finden Demonstrationen in mehreren Städten statt:

  • Heute (20. Mai): Stade, Nordhorn, Hildesheim, Hameln und Verden

  • Mittwoch (21. Mai): Buxtehude und Lüneburg

Ausblick: Neue Verhandlungsrunde Ende Mai

Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 28. Mai angesetzt. Ob sich bis dahin eine Annäherung abzeichnet, ist offen. ver.di lässt durchblicken, dass ohne ein deutlich verbessertes Angebot weitere Warnstreiks oder sogar reguläre Streiks nicht ausgeschlossen sind.

Was ist ein Warnstreik?

Ein Warnstreik ist eine kurzfristige, befristete Arbeitsniederlegung, um den Druck in laufenden Tarifverhandlungen zu erhöhen. Anders als bei einem regulären Streik bedarf es keiner Urabstimmung der Gewerkschaftsmitglieder, und die Verhandlungen gelten noch nicht als offiziell gescheitert. In der Praxis kann ein Warnstreik jedoch auch über mehrere Tage gehen – die Grenzen sind fließend.

Fazit: Für Busfahrgäste in Niedersachsen heißt es in dieser Woche wieder: Geduld mitbringen oder Alternativen suchen. Für die Beschäftigten geht es um mehr als ein paar Cent – es geht um Lohngleichheit und faire Arbeitsbedingungen. Ob der Tarifstreit in der nächsten Runde beigelegt werden kann, bleibt fraglich. Klar ist: Die Fronten sind derzeit verhärtet – und das bekommen vor allem die Fahrgäste zu spüren.

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