Handwerker prellen Verein: Anzeige wegen Online-Betrug
Eine Gemeinschaft von Eigenheimbesitzern musste eine bittere Erfahrung machen: Statt der erhofften Hilfe bei Sturmschäden gab es am Ende Ärger und finanzielle Verluste. Über ein Handwerker-Portal hatte der Verein eine Firma beauftragt – und fiel dabei auf Betrüger herein.
Auftrag vergeben, Geld überwiesen – und nichts passiert
Die Firma, die sich auf einer Handwerker-Plattform als „work4me“ präsentierte, sollte im Herbst die vom Sturm beschädigten Bäume auf dem Vereinsgelände zurückschneiden. Ein Vertreter der Gemeinschaft schilderte: „Die Firma machte einen seriösen Eindruck, war vor Ort und hat sich die Bäume angesehen. Außerdem klang die Geschichte von der nötigen Hebebühne plausibel.“
Doch nach der Überweisung von 500 Euro Vorschuss kam – nichts. Auf mehrfache Nachfragen gab es nur Ausreden: Der angebliche Unfall mit der Hebebühne und die daraus resultierende Arbeitsunfähigkeit klangen wenig überzeugend. Am Ende war klar: Die Arbeiten wurden nie ausgeführt, und das Geld ist wohl verloren.
Anzeige und Facebook-Warnung
Nachdem sich die Handwerker auch auf erneute Kontaktversuche nicht meldeten, erstattete der Vereinsvorsitz Anzeige bei der Polizei. Gleichzeitig veröffentlichte die Gemeinschaft eine Warnung auf Social Media, um andere vor der betrügerischen Firma zu schützen. Die Reaktion der Handwerker: Empörung und Leugnung. Laut ihrer Nachricht hätten sie weder den Auftrag noch die Zahlung erhalten.
Abgetaucht und nicht erreichbar
Die angegebenen Telefonnummern funktionierten plötzlich nicht mehr, und die im Schreiben angegebene Adresse im Ausland stellte sich als wenig hilfreich heraus. Für die Vereinsmitglieder steht fest: „Die sind untergetaucht.“ Die Staatsanwaltschaft ist bisher noch nicht aktiv geworden.
Wie sich Verbraucher schützen können
Die Verbraucherzentrale Bayern warnt vor betrügerischen Handwerkern, insbesondere auf Online-Plattformen. Zwar gibt es nur wenige Beschwerden, doch das Risiko bleibt. Julia Zeller, Expertin für Verbraucherrecht, rät:
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Erfahrungen im Bekanntenkreis einholen: Persönliche Empfehlungen sind oft zuverlässiger als Online-Bewertungen.
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Internetauftritt prüfen: Fehlt ein Impressum oder wird nur eine 0800- oder 0900-Nummer angegeben, ist Vorsicht geboten.
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Qualifikationen überprüfen: Innungs- oder Meisterbetriebe sind oft seriöser.
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Kostenfreie Kostenvoranschläge sind Standard – wer diese verweigert, könnte unseriös sein.
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Bargeldzahlung vermeiden: Seriöse Handwerker stellen Rechnungen aus. Bei Problemen ist eine Dokumentation der Arbeiten wichtig, um Ansprüche geltend zu machen.
Fazit:
Online-Handwerkerplattformen bieten eine schnelle Möglichkeit, Fachkräfte zu finden – doch manchmal geht die Schnelligkeit auf Kosten der Seriosität. Wer hier vorschnell handelt, riskiert, Betrügern auf den Leim zu gehen. Daher gilt: Genau hinschauen und absichern!