Die niedersächsische Polizei steht am Samstag in Cuxhaven-Franzenburg im Großeinsatz: Der Rockerclub Bandidos will dort ein neues Vereinsheim eröffnen – und das sorgt nicht nur bei den Sicherheitsbehörden, sondern auch bei der Bundeswehr für erhöhte Alarmbereitschaft. Nach fast zehn Jahren kehrt die berüchtigte Gruppierung damit in den Landkreis Cuxhaven zurück. Warum – darüber herrscht bislang Rätselraten.
Laut Polizeiinspektion Cuxhaven werden zur Eröffnung am frühen Abend bis zu mehrere hundert Rocker aus ganz Deutschland erwartet. Bereits am Freitag reisten rund 30 Personen an – nicht ohne Zwischenfälle: Bei einer Polizeikontrolle wurde ein Springmesser beschlagnahmt, außerdem fünf Personen verwarnt, weil sie Kutten mit verbotenen – teils verfassungsfeindlichen – Symbolen in ihren Autos mitführten. Öffentlich getragen wurden diese Jacken zwar nicht, doch allein der Besitz in bestimmten Zusammenhängen genügt für ein Einschreiten der Beamten. Die Kontrollen verliefen laut Polizei friedlich, aber mit scharfem Blick.
Ein zusätzliches Risiko: mögliche Störungen durch rivalisierende Rockergruppen wie die Hells Angels. Zwar gebe es derzeit keine konkreten Hinweise auf eine Konfrontation, so ein Polizeisprecher, doch die Polizei bleibt wachsam. Auch an anderen Clubhäusern im Landkreis Cuxhaven seien am Freitag Vorbereitungen für Veranstaltungen beobachtet worden. „Wenn sich die Aktivitäten verlagern, beobachten wir genau, wohin sie fahren“, betonte die Polizei.
Sogar die Bundeswehr ist involviert: Die Marineflieger in Nordholz warnten ihre Soldatinnen und Soldaten davor, am Wochenende in Uniform in Cuxhaven aufzutreten oder sich in der Nähe des neuen Vereinsheims aufzuhalten. Der Hinweis sei aus „Fürsorgepflicht“ erfolgt – man wolle mögliche Eskalationen vermeiden.
Die Rückkehr der Bandidos nach Cuxhaven wirft viele Fragen auf – und vor allem eins: Sorgen. Für die Polizei heißt es an diesem Wochenende vor allem eins: präsent sein, deeskalieren, und im Zweifel schnell eingreifen. Ein Spaziergang ist das nicht – eher ein Balanceakt mit Schutzhelm.