Ein Mann aus Idar-Oberstein ist Opfer von Betrügern geworden, die ihn um Wertgegenstände im Millionenwert gebracht haben. Die Täter gaben sich am Telefon als Familienangehörige aus und spielten einen dramatischen Unfall vor.
Falscher Unfall und erfundene Kaution
Die Betrüger riefen am Dienstagnachmittag an und behaupteten, die Tochter des Mannes habe einen schweren Unfall verursacht, bei dem eine Frau ums Leben gekommen sei. Um die Tochter aus der angeblichen Untersuchungshaft zu befreien, forderten die Anrufer eine Kaution. Der völlig überrumpelte Mann glaubte die Geschichte und übergab einer Frau die Wertgegenstände.
Doch das war nicht alles: Wenig später riefen die Täter erneut an und erklärten, die verunglückte Frau sei schwanger gewesen – deshalb reiche die gezahlte Kaution nicht aus. Unter Druck lotsten sie den Mann nach Mainz, wo er auf einem Parkplatz erneut Wertgegenstände übergab.
Beschreibung der Täterinnen
Die erste Frau war etwa 30 Jahre alt, ca. 170 cm groß, hatte dunkle, schulterlange, gelockte Haare, einen bräunlichen Hautton und sprach akzentfreies Deutsch. Sie trug einen blau-weiß gestreiften Rock und ein dunkles Oberteil.
Die zweite Frau wurde als ebenfalls um die 30 Jahre alt beschrieben, ebenfalls 170 cm groß, mit glatten, blonden Haaren und einem gepflegten Erscheinungsbild. Sie trug einen beigen Pullover und verschwand nach der Übergabe in Richtung Rheinstraße.
Polizei warnt vor Schockanrufen
Die Polizei nutzt diesen Fall als Anlass, erneut vor Telefonbetrügern zu warnen:
-
Misstrauisch bleiben, wenn Anrufer emotionalen Druck aufbauen.
-
Unbekannte Nummern nicht sofort zurückrufen.
-
Bei Geldforderungen am Telefon niemals direkt reagieren, sondern die Angehörigen selbst kontaktieren.
-
Keine Übergaben von Bargeld oder Wertgegenständen an Fremde!
-
Bei Zweifeln sofort die Polizei informieren.
Diese Schockanrufe sind eine besonders perfide Betrugsmasche, da sie gezielt auf die Angst um Angehörige abzielen. Die Polizei ermittelt weiter und bittet um Hinweise zu den beschriebenen Frauen.